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Güstrower Anzeiger

19. September 2017 | 15:43 Uhr

Zepelin : Idee: Ruheort für Pedalritter

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Poppe Gerken möchte in Zepelin touristisches Angebot schaffen / Baubehörde: Vorhaben im Außenbereich muss genehmigt werden

von
erstellt am 19.Mai.2014 | 21:10 Uhr

Poppe Gerken hat einen Plan. Er räumt auf, saniert die Fläche, baut Teiche, pflanzt Bäume – doch das ist nicht rechtens. Deshalb muss der Zepeliner zu einer Anhörung ins Landsratsamt. Gerken kann das alles und die bürokratischen Hürden für eine aus seiner Sicht gute Idee nicht verstehen.

Zur Vorgeschichte: Vor einem Jahr zog Landwirt Poppe Gerken von Zepelin auf ein Grundstück in Zepelin Ausbau. Er erwarb das Grundstück, auf dem sich bis Anfang 1998 ein Pflegeheim befand. Die Fläche gelte noch immer als Wohn- und Gewerbegrundstück im Außenbereich, so Gerken. Das Haus ist nun Wohnhaus. „Außerdem habe ich das Wäldchen nebenan erworben.“

Poppe Gerken bringt jetzt das Areal auf Vordermann. Dabei hat er auch den internationale Radfernweg Berlin-Kopenhagen im Blick, der direkt vor der Haustür entlangführt. „Meine Idee: Ich möchte hier eine Verweilgelegenheit schaffen für Radfahrer, die hier vorbeikommen.“ Poppe Gerken hat zwei Karpfenteiche angelegt, hat rund 70 Obstbäume gepflanzt, einen Zaun gesetzt. „Ich möchte hier auch Bisons weiden lassen“, erklärt Gerken. „Die Pedalritter könnten hier eine Rast einlegen, sich unterstellen, wenn es regnet.“ Wenn das Angebot angenommen wird, könnte sich Gerken auch kleine, einfache Blockhütten vorstellen, wo müde Pedalritter übernachten. So könnte ein kleiner Erlebnispark als touristisches Angebot entstehen. Doch der Kreis setzt ein Stopp.

„Grundsätzlich handelt es sich bei dem Vorhaben um ein bauplanungs- und bauordnungsrechtlich relevantes Vorhaben im Außenbereich“, heißt es aus dem Bauamt. Deshalb sei eine Baugenehmigung erforderlich. Es sei eine „Nutzungsänderung einer Naturfläche, die mit einem landwirtschaftlichen Unternehmen nichts zu tun hat“. Auch liege kein konkretes Konzept vor.

„Mir ist schon bewusst, dass ich, wenn ich hier Unterkünfte aufbaue, dafür Anträge stellen muss“, sagt Poppe Gerken. Doch schon die bisher von ihm durchgeführten Arbeiten hat die Baubehörde auf den Plan gerufen. So hat er die Erde, die beim Ausheben der Karpfenteiche angefallen ist, zwischen den Bäumen im kleinen Wäldchen verteilt. „Dort soll sich zu DDR-Zeit mal die Hausmülldeponie befunden haben. Aber ich habe das Wäldchen von der BVVG erworben und zwar mit einer Unbedenklichkeitsbescheinigung.“

Doch weil sich das alles im Außenbereich abspielt, und weil das alles nichts mit einem landwirtschaftlichen Betrieb zu tun hat, sei „ein baubehördliches Verfahren“ eingeleitet worden, informiert das Landratsamt und: „Gleiches trifft übrigens für die bereits begonnenen Karpfenteiche zu. Hier ist die Untere Naturschutzbehörde tätig geworden.“

Poppe Gerken versteht das nicht ganz. „Ich lege Biotope an, pflanze Bäume und das soll alles falsch sein?“


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