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Neujahrsinterview Teil 2 : „Ich möchte Türen öffnen“

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Bützows Bürgermeister Christian Grüschow über Einzelhandel, Baumaßnahmen und Verkauf von Immobilien

svz.de von
erstellt am 06.Jan.2015 | 06:00 Uhr

Knapp sieben Monate ist Bützow Bürgermeister Christian Grüschow im Amt. Die SVZ sprach mit ihm über die erste Zeit als neuer Verwaltungschef, über den politischen Diskurs in der Stadtvertretung und über mögliche Steuererhöhungen (SVZ vom 3. Januar). Im Teil 2 des Neujahrs-Interviews geht es u.a. um die Wirtschaft.

Bützow galt immer als Einkaufsstadt. Nun hat mit Foto Schindler ein weiteres Traditions-Unternehmen geschlossen. Sie hatten bei der SVZ-Podiumsdiskussion zur Bürgermeisterwahl die Idee geäußert, einen Runden Tisch Wirtschaftsförderung ins Leben zu rufen?
Der Einzelhandel hat in Bützow eine lange Tradition. Aber die Rahmenbedingungen, insbesondere das Kaufverhalten der Konsumenten, haben sich in den zurückliegen zwei Jahrzehnten erheblich geändert. Das können wir nur bedingt beeinflussen. Was wir z.B. machen können ist, mit Gewerbetreibenden, deren Geschäft etwas abgelegen ist, das Gespräch zu suchen, um einen Umzug in ein freies Ladenlokal der Langestraße zu unterstützen. Die Optimierung der Parkplatzsituation oder das zeitweise Aussetzen des kostenpflichten Parkens – wie wir es vor den Weihnachtstagen praktizieren – kann ein weiterer Beitrag sein. Aber letzten Endes muss jeder Einzelhändler selbst sein Geschäftsmodell immer wieder auf den Prüfstand stellen, am Kunden ausrichten, flexibel agieren und sich am Markt von Neuem beweisen.
Ein erster Unternehmerstammtisch soll voraussichtlich im Frühjahr stattfinden. Wie das im Einzelnen aussehen wird, daran arbeiten wir gerade. Vermutlich wird es mehrere, branchenspezifische Treffen geben, da die Bedürfnisse der Unternehmer doch teils erheblich voneinander differieren.

Bei Ihrem Dienstantritt liefen drei große Bauprojekte in Bützow, die mittlerweile abgeschlossen sind: Das „Wohnen im Klassenzimmer“ durch die Bützower Wohnungsgesellschaft, das „Pflegeheim am Schlossplatz“ von Dr. Volker Hefftler und die Sanierung der Schlossstraße? Wie geht es 2015 weiter?
Unser Augenmerk liegt u. a. auf dem Straßen- und Brückenbau vor dem Rühner Tor, beginnend mit der Aalfangbrücke. Die letzten Gespräche mit dem Straßenbauamt haben nochmals bestätigt, dass die Baumaßnahmen Ende des Jahres beginnen sollen.
Weiterhin wollen wir mindestens die Vorplanungen für den Ellernbruch und Am Markt, aber auch für die Pfaffenstraße und die Breite Straße vorantreiben, so dass wir zumindest mit dem Ellernbruch Anfang 2016 beginnen können.

Mittelfristig hoffe ich, dass der Landkreis die Pustohler Chaussee in den Maßnahmeplan aufnimmt. Signalisiert wurde, dass es mit einer Umsetzung der Baumaßnahme in 2017 klappen könnte.
Dann wird es den Ideenwettbewerb für die Neugestaltung des Schlossareals inkl. des Rosengartens geben und der Bau der Elefantenbrücke steht auf dem Plan. Und wir werden natürlich das Bauvorhaben des DRK auf dem Möbelwerksgelände begleiten.
Und wie steht es um die Stadtsanierung?
Die Sanierungsmaßnahmen werden auch 2015 weiterlaufen, u.a. mit einer möglichen Sanierung der Rühner Straße 6. Im Frühjahr möchten wir u.a. einen Angebotskatalog zur Vermarktung städtischer wie auch privater Immobilien und Flächen publizieren. Das könnten auch sanierte Häuser sein.

Aber in erste Linie geht es um solche, die noch saniert werden müssen. Hier ist es unser Ziel, städtische Objekte sukzessive in private Hände zu geben und die Sanierung über Städtebaufördermittel finanziell zu unterstützen.
Gleiches gilt auch für besondere Immobilien in Bützow, die sich in privater Hand befinden.

Wir suchen mit den Eigentümern das Gespräch, um Perspektiven für diese bedeutenden Gebäude auszuloten oder sie zu bewegen, ihr Objekt zu veräußern, wenn wir Interessenten mit nachhaltigen Ideen finden. Bei zwei Objekten ist uns das gelungen – ein mittelfristiger Verkauf steht in Aussicht. Ich sehe dabei meine Aufgabe, Türen zu öffnen.
Was wünschen Sie sich für die kommenden zwölf Monate?
Dass ich die Zeit finde, die für mich wichtigen Themen weiterzuentwickeln und in Projekte zu gießen, um mein Ziel, Bützow zu einer attraktiven und familienfreundlichen Stadt auszubauen, weiterzuentwickeln.

Ich wünsche mir mutige und entscheidungswillige Stadtvertreter und politische Gremien, die mehr in der Sache als politisch diskutieren und nach den besten Lösungen suchen.

Nur gemeinsam kommen wir voran!

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