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Güstrower Anzeiger

24. November 2017 | 12:18 Uhr

WArdow : „Ich bin so froh hier zu sein“

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Corinna Flothow führt Landwirtschaftsbetrieb, züchtet Pferde und ist nun auch Gemeindevertreterin in Wardow

von
erstellt am 14.Aug.2014 | 23:30 Uhr

Die Wiesen gleich vor der Haustür sind für Dr. Corinna Flothow (50) ein Glücksfall für jeden Pferdezüchter. Sie hat dieses Glück. Mitte des vergangenen Jahrzehntes entdeckten sie und ihr Mann in Wardow ihre Zukunft, sie mit der Pferdezucht, er mit der Landwirtschaft. Nachdem der Betrieb nun läuft, will sich die 50-Jährige auch in der Gemeinde einbringen.

Corinna Flothow atmet auf: Die Getreideernte ist eingebracht, eine sehr gute. Einen Mitarbeiter gibt es auf dem Hof. Auch auf den Bruder als Erntehelfer könne sie sich immer verlassen. „Alle notwendigen Maschinen haben wir selbst“, sagt die gelernte Pferdewirtin, die später Tiermedizin studierte und promovierte. Mit ihrem Mann hatte sie eine Pferdeklinik in Holstein. Die Wende habe ihnen eine historische Chance geboten, sagt sie. Zwei Jahre suchten sie in Mecklenburg, bis sie eines Tages am Laager Moor standen und auf die Flächen am Wardower Dorfrand blickte. „Das war’s. Ich liebe diese Weite“, sagt die 50-Jährige. Erst kaufte man Land und baute das Wohnhaus, später kamen alte Stallanlagen hinzu. Aus einem Kälberstall wurde der Pferdestall mit zwölf Boxen, aus einem alten Kuhstall die Reithalle. Auch nach dem Tod ihres Mannes bleibt Corinna Flothow, führt die Landwirtschaft mit 200 Hektar Acker und die Pferdezucht weiter. „Mit geht es hier in erster Linie um Lebensqualität, erst in zweiter Linie um die Landwirtschaft“, sagt Corinna Flothow. Sie züchtet Warmblüter. Einen Stamm für die Zucht habe sie aus Schleswig-Holstein mitgebracht. Zu den Springpferden kamen inzwischen auch Dressurpferde hinzu. Zwei bis drei Fohlen gebe es im Jahr. Ergo würde sie auch zwei bis drei Pferde im Jahr verkaufen. Dabei konzentriere sie sich allein auf die Aufzucht und Ausbildung. Deshalb sei die Reithalle für ihren Betriebszweig sehr wichtig, werde aber in der Regel nur im Winter genutzt. Noch tummeln sich die beiden Fohlen Quarterbell und Georgina mit ihren Müttern auf der Koppel. „Eine kleine Prinzessin und ein Rabauke“, sagt die Pferde-Expertin und fügt hinzu: „Jedes Pferd ist anders. Es macht mir unheimlich viel Freude sie heranwachsen zu sehen; zu sehen, wie sie sich entwickeln und verändern.“ Tourismus mit Pferden sei nicht ihre Zielsetzung – keine Reitunterricht, keine Pferdepension. Das überlasse sie gern anderen.

Nach einer gewissen Zurückgezogenheit, sei sie dabei sich für das Dorf zu öffnen. „Ich bin so froh hier zu sein. Ich möchte wissen, was um mich herum passiert und im Rahmen meiner Möglichkeiten etwas mit gestalten“, erklärt Corinna Flothow, die im Mai in die Gemeindevertretung gewählt wurde. Die Welt könne man nicht umstoßen, aber auch im Kleinen könne man mehr Lebensqualität erreichen, denkt sie.


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