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Wildunfälle : Hunger treibt Wildtiere in den Tod

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Im Herbst steigt die Gefahr von Wildunfällen überproportional an / Kreisjägermeister ermahnt Autofahrer zu mehr Aufmerksamkeit

von
erstellt am 10.Okt.2014 | 06:00 Uhr

Erhöhte Gefahr für Wildunfälle: Vor allem Reh-, aber auch Schwarzwild kreuzt zurzeit verstärkt die Straßen in der Region. Die Tiere sind auf der Suche nach Nahrung. „Die Felder sind weitgehend abgeerntet und das Wild will sich ein Polster für den Winter anfressen“, erklärt Kreisjägermeister Heinz Stegemann. Er ermahnt Autofahrer zu erhöhter Aufmerksamkeit – denn Herbstzeit ist auch Wildwechselzeit.

Im Landkreis Rostock ereigneten sich im vergangenen Jahr 1823 Wildunfälle, 227 davon rund um Güstrow. „Wobei in den Monaten Oktober und November die höchsten Zahlen an Wildunfällen zu verzeichnen sind“, sagt Polizeihauptkommissar Gert Frahm von der Polizeiinspektion Güstrow. Das macht die Statistik von September bis Dezember 2013 im Landkreis Rostock deutlich: September: 132, Oktober: 191, November: 196, Dezember: 133. „Es wird also deutlich, wann eine erhöhte Gefahr für Wildunfälle besteht“, so Frahm. Örtliche Schwerpunkte seien die Waldgebiete der Bundes- und Landstraßen. Im Güstrower Bereich die Glasewitzer Chaussee bis Glasewitz. Die Entwicklung in diesem Jahr weiche bisher nur geringfügig von der in 2013 ab, so Frahm weiter. „Die Tendenz ist bis jetzt zwar leicht rückläufig, aber die Schwerpunktzeiten kommen ja erst noch“, sagt er.

„Das Schwarzwild wandert gerade sehr viel, da der Mais fast abgeerntet ist“, sagt der Kreisjägermeister. Die Wildschweine suchen Bucheckern, Eicheln und Kastanien. Schwarzwild und Rehe würden zurzeit auch gerne Obstplantagen aufsuchen. „Es ist bei uns ausreichend Futter vorhanden, aber die Tiere ziehen dabei umher und kreuzen unsere Straßen.“ Ein zusätzliches Problem sieht Stegemann in der Tatsache, dass es im Oktober und November verstärkt Nebel gebe. „Hier müssen die Kraftfahrer wirklich vorsichtig sein.“

Laut der Unteren Jagdbehörde des Landkreises wurden im Jagdjahr 2013/14 allein 455 Stück Rehwild, 174 Füchse und 93 Wildschweine durch Unfälle getötet. Auch jetzt hat Stegemann bereits wieder zahlreiche Meldungen über Wildunfälle, jede Woche kämen neue hinzu. „Bei der hohen Geschwindigkeit der meisten Autofahrer sterben die betroffenen Tiere meist noch an der Unfallstelle“, sagt Stegemann. Bei einem Wildunfall müssten die Autofahrer sofort die Polizei verständigen, die dann den Jäger benachrichtige. Gemeinsam mit dem Straßenverkehrsamt habe die Untere Jagdbehörde zahlreiche Wildwechsel-Schilder an den Unfallschwerpunkten im Landkreis aufgestellt. „Aber viele Autofahrer halten sich nicht daran“, hat Stegemann festgestellt.

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