Ärger in Hohen Sprenz : Hühnerställe wieder aktuell

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Investor will Aufzuchtanlage für Junghennen bauen

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11. April 2017, 12:00 Uhr

Aufregung in der Gemeinde Hohen Sprenz: Ganz am Rande der Gemeinde sollen an der Straße Richtung Schwaan zwei Ställe für die Aufzucht von Junghennen gebaut werden. Das, so der Buschfunk, stehe nun unmittelbar bevor. „Wir wollen in Hohen Sprenz keine Hühneraufzucht für 39 980 Junghennen und werden immer alles tun, um dies zu verhindern“, betont Bürgermeisterin Angelika Exler und ist außer sich. Der Investor befindet sich im Prozess der Planung, erfuhr SVZ auf Nachfrage. Wann mit dem Bau begonnen werden könne, sei noch offen.

Im Genehmigungsverfahren sei die Gemeinde mehrfach aufgefordert worden ihr gemeindliches Einvernehmen zu erteilen, berichtet die Bürgermeisterin. Man habe dies stets abgelehnt. „Darin waren und sind sich Gemeindevertreter und Bürger einig“, so Exler. Dennoch habe das Staatliche Amt für Landwirtschaft und Natur (Stalu) die Aufzuchtanlage für Junghennen in Bodenhaltung genehmigt. Das war vor gut vier Jahren. Der Wille der Gemeinde habe nicht gezählt. Exler spricht von einem „erschreckenden Akt der Willkür“, von „Machtlosigkeit in einer Demokratie“. Im Zuge solcher Genehmigungsverfahren ist die Gemeinde allein aus planungsrechtlicher Sicht gefragt.

Wohlwollend habe man registriert, dass sich nach Erteilung der Baugenehmigung nichts tat und hätte es gern als Zeichen dafür gesehen, dass der Investor erkannt habe, dass er in Hohen Sprenz nicht willkommen ist. „Wir dachten, das hat sich erledigt“, äußert die Bürgermeisterin und fügt hinzu, dass die Baugenehmigung längst abgelaufen sein müsste.

Jean Weiß, Leiter des Stalu, bestätigt die Baugenehmigung aus dem Jahr 2013. Zwischenzeitlich habe es fristgemäß innerhalb von drei Jahren einen Antrag auf Verlängerung gegeben, dem man stattgegeben habe. „Der Baubeginn ist bis 1. April 2018 möglich“, teilt Weiß mit. Eine solche Verfahrensweise sei legitim und nach allen Vorgaben abgelaufen.

Die Bio-Ovum GmbH im niedersächsischen Fintel erklärt gegenüber SVZ, dass man sich „in der Planung der Umsetzung des Vorhabens“ befinde. „Sobald alle Verträge geschlossen sind werden wir die Ställe, so wie seinerzeit geplant, bauen“, informiert Lothar Holtmann, Verteriebsleiter. Laut Baugenehmigung sollen zwei Junghennenställe für je 19 990 Tiere gebaut werden. Hinzu kommen der Bau einer Auffahrt, die Befestigung der Wirtschaftsflächen und das Aufstellen eines Flüssiggastanks. Das gesamte Betriebsgelände wird eingezäunt.

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