Windenergie : Hoppenrader Nein zu Windrädern

Start im Gemeindehaus: Sehr zahlreich fanden die Hoppenrader sich zur Protestdemonstration zusammen.  Fotos: Eckhard Rosentreter (2)
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Start im Gemeindehaus: Sehr zahlreich fanden die Hoppenrader sich zur Protestdemonstration zusammen.

Mit Demonstrationszug und rot leuchtenden Ns protestieren Einwohner der Gemeinde gegen Windkraftpläne vor ihrer Haustür.

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09. Dezember 2017, 05:00 Uhr

Die Hoppenrader haben sich festgelegt: Windräder vor ihrer Haustür wollen sie nicht. Längst hatte sich die Gemeindevertretung klar und ebenso positioniert.

Die Entscheidung über ein mögliches Windeignungsgebiet zwischen Hoppenrade und dem Ortsteil Schwiggerow ist zwar erneut vertagt: Der Planungsverband werde auf seiner Versammlung am 20. Dezember die Windeignungsgebiete noch nicht festlegen, informierte Gerd Schäde vom Amt für Raumordnung und Landesplanung. Schäde: „Das ist von der Tagesordnung genommen.“ Insbesondere zur Artenschutzproblematik gebe es noch zu viel Klärungsbedarf, deutet Schäde einen weiter schwelenden, wesentlichen Konfliktpunkt an.

Und dennoch könnten schon bald Windräder an der Straße zwischen den Ortsteilen stehen, in einem sogenannten Zielabweichungsverfahren nämlich (SVZ berichtete). Bekannt sei inzwischen, dass die Firma Eno Energie Systems einen solchen Ausnahme-Antrag zur Errichtung von drei Windkraftanlagen an dieser Stelle gestellt habe, erfuhren viele Hoppenrader am Donnerstagabend von Ulf Margraf. Die örtliche Bürgerinitiative hatte zu einem Lichtermarsch als weiteres Zeichen des Protestes aufgerufen, und viele Hoppenrader aus allen Ortsteilen kamen mit Lichterketten, Fackeln und großen Ns. Der Buchstabe, der seit Tagen in der Dunkelheit von dutzenden Häusern und Grundstücken aller Ortsteile leuchtet, symbolisiert ihr Nein zu den Windkraftplänen im Ort.

„Ich habe grundsätzlich nichts gegen Windkraft, aber bitte in geeigneter Zahl und an geeigneter Stelle“, sagte etwa Maren Rodd aus Striggow und gibt zu, dass sie gerne auch noch einiges mehr an Hintergrundwissen zu der Thematik erfahren würde.

„Unmöglich“, findet Anke Stenka, „dass so ein idyllisches Stück Erde mit Windrädern verbaut werden soll.“ Eben wegen der Idylle hier sei sie vor Jahren nach Lüdershagen gezogen. Hier könne sie von der Arbeit gut entspannen. „Da möchte ich jetzt nicht so ein Ding vor der Nase haben.“

Dieter Benter, Striggow: „Ich weiß ja nicht, ob es noch Zweck hat, ob wir die Windräder noch verhindern können. Aber irgendwas man muss man ja unternehmen, erst recht, wenn was durch die Hintertür kommen soll.“

Den geplanten Windkraftanlagen am nächsten haben vermutlich die Sagers in Schwiggerow ihr Zuhause, und sie befürchten Geräusche und Schattenschläge auf ihrem Grundstück. „Es wird vieles verheimlicht“, argwöhnt Hans-Jürgen Sager und glaubt: „Wo erst mal drei Räder stehen, wird’s nicht dabei bleiben. Und wir haben die volle Breitseite.“ Yvonne Sager wirft noch einen Aspekt ein: „Wir sind hier ja auch Urlaubsgegend – wie wird das dann aussehen?“

Mit einer Protest-Petition an Behörden, Landtag, benachbarte Bürgermeister und potenzielle Investoren unterstreichen die Hoppenrader ihr Nein. Ihr Standpunkt: Das Hoppenrader Becken sei ein Zugvogelrastplatz und verbiete sich schon aus naturschutzrechtlicher Sicht als Windkraftstandort.

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