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Güstrower Anzeiger

20. November 2017 | 15:02 Uhr

Windkraft : Hoppenrade sagt „Nein“

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Gemeinde wendet sich einstimmig gegen ein geplantes Windkraft-Eignungsgebiet in Sichtweite des Dorfkerns

von
erstellt am 17.Okt.2014 | 06:00 Uhr

Keine Windkraftanlagen auf dem Gemeindegebiet von Hoppenrade – das ist die klare Position der Gemeindevertretung. Einstimmig wandten sich die Gemeindevertreter Mittwochabend gegen die Ausweisung eines Windenergie-Eignungsgebietes in Sichtweite des Dorfkerns. Im Entwurf der Fortschreibung des Raumentwicklungsprogramms ist dieses Eignungsgebiet mit einer Fläche von 40 Hektar enthalten. (SVZ berichtete). Bürgermeisterin Birgit Kaspar ist klar, dass es sich bei dieser Ablehnung nur um eine Willensbekundung seitens der Gemeinde handelt. „Verhindern können wir alleine die Windkraftanlagen nicht“, sagt sie. Aber die Hoppenrader haben gewichtige Argumente gegen die Anlagen auf ihrem Gemeindegebiet.

Schon bei einer extra einberaumten Einwohnerversammlung zu diesem Thema am 11. September hatte sich die überwältigende Mehrheit der Einwohner gegen den Windpark ausgesprochen. Das nahm die die Gemeindevertretung jetzt als Grundlage für ihre Stellungnahme. „Die Bürger äußerten mehrheitlich und sehr nachdrücklich ihre Bedenken zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen, zu sinkenden Grundstückswerten, zu negativen Auswirkungen auf den Tourismus sowie insbesondere zum Vogel- und Tierschutz“, erläutert Birgit Kaspar. „Auch die Neuansiedlung von Familien in der Gemeinde Hoppenrade wird mit der Ausweisung von Windkraftanlagen deutlich beeinträchtigt.“

Die Region sei ein Fremdenverkehrsschwerpunkt mit umliegenden Nationalparks. Windkraftanlagen würden der touristischen Ausrichtung der Gemeinde widersprechen. Besonderen Wert legt die Stellungnahme auf den Vogelschutz. Windkraftanlagen würden zu einem „Verlust eines regional bedeutsamen Vogelrast- und Nahrungshabitats für Bläss- und Saatgänse sowie für Kraniche und Kiebitze führen“, heißt es. Mehrere Tausende nordische Gänse würden auf dem Eignungsgebiet jährlich rasten Hinzu würden Kraniche und auch Seeadler kommen. „Der Verlust eines so bedeutsamen Lebensraums untere Vogelvielfalt wird von der Gemeinde Hoppenrade nicht getragen“, so die Bürgermeisterin.

Und die Hoppenrader legen noch zu: Die ausgewiesene Windparkfläche überschneide ein geschütztes Geotop auf einer Fläche von ca. neun Hektar. Damit reduziere sich die Flächengröße des Windparks von 40 auf 31 Hektar und unterliege damit der Mindestgröße von 35 Hektar. „Somit ist ein Eignungsgebiet für Windenergieanlagen nicht mehr gegen“, heißt es in der Stellungnahme.

Ebenso wichtig ist den Hoppenradern die angebliche „gesundheitliche Beeinträchtigung der Menschen, die durch den Infraschall der Anlagen hervorgerufen werden, wie Kopfschmerzen, Bluthochdruck sowie psychische Auswirkungen“. Die Gemeinde vertritt insgesamt die Auffassung, dass die „spezifischen Entwicklungsmöglichkeiten der Bevölkerung und weitere Investitionen auf unserem Territorium im Herzen Mecklenburgs durch die Ausweisung des großflächigen Windkraft-Eignungsgebietes erheblich beschnitten werden“. Und Birgit Kaspar stellt kar: „Eine Erweiterung der Flächen für Windkraftanlagen um jeden Preis kann nicht im Interesse des Landes und seiner Bevölkerung sein.“

Das weitere Prozedere bleibt abzuwarten. Noch bis zum 3. November kann jeder Bürger Hinweise zum geplanten Windenergiepark in Hoppenrade schriftlich an das Amt für Raumordnung und Landesplanung in Rostock senden.

 

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