Räumung des Familienwohnheims : Hoppenhof-Bewohner wollen gegen VS klagen

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Juristisch werden die Bewohner des Hoppenhofes in Teterow jetzt gegen den Kreisverband der Volkssolidarität wegen der geplanten Räumung ihres Wohnheims vorgehen. Das haben ihre Betreuer den Heimbewohnern empfohlen.

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04. Juli 2012, 04:10 Uhr

Teterow | Juristisch werden die Bewohner des Hoppenhofes in Teterow jetzt gegen den Kreisverband der Volkssolidarität wegen der geplanten Räumung ihres Wohnheims (SVZ berichtete) vorgehen. Das haben ihre Betreuer den Heimbewohnern empfohlen. Ein Anwalt sei inzwischen beauftragt, informiert Michael Kische, einer der Berufsbetreuer.

Die saßen Ende vergangener Woche zusammen, um zu beraten, was zu tun ist. Die Volkssolidarität als Träger des Familienwohnheimes Hoppenhof hat den Bewohnern zum 31. Juli dieses Jahres gekündigt, sowohl den Wohnraum als auch die soziale Betreuung. "Ich weiß von Mitarbeitern der Volkssolidarität, dass sie sich für ihre Firma schämen", sagt Michael Kische.

Für die Bewohner des Hoppenhofes kam die Kündigung wie ein Schlag aus heiterem Himmel. Die Betroffenheit ist nach wie vor groß, das Unverständnis auch. Zumal die Bewohner ja mit Recht darauf verweisen, dass sie immer ihre Miete bezahlt haben. Zudem haben sie den Hoppenhof auch zu ihrem Zuhause gemacht und sich so einiges selbst hergerichtet.

Wenn die Bewohner zum Monatsende aus dem Familienwohnheim raus müssen, dann seien sie obdachlos. So weit dürfe man es nicht kommen lassen, sind sich die Betreuer einig. Sie wissen sehr wohl, dass die von ihnen Betreuten in Teterow bleiben wollen, weil sie hier zu Hause sind, weil sie zum Teil hier Verwandte haben, weil sie regelmäßig zum Arzt müssen. Von einem juristischen Vorgehen versprechen sie sich erst einmal aufschiebende Wirkung.

Indes hat sich der Teterower Bürgermeister Reinhard Dettmann mit zwei Anfragen an den Vorstand des Kreisverbandes Mecklenburg Mitte der Volkssolidarität gewandt: Ob die Volkssolidarität generell von der Kündigung zum 31. Juli absehen und diese verschieben könne, etwa bis zum Jahresende, und ob sie das Haus in Teterow eventuell verpachten würde. "Ich habe bis jetzt noch keine Antwort", ist allerdings vom Bürgermeister auf Nachfrage unserer Zeitung zu erfahren. Er selbst bräuchte das Zeitfenster auch, um zu verhandeln und möglicherweise einen anderen Träger zu finden, der den Hoppenhof übernimmt. "Das wäre ein Ansatz", meint Reinhard Dettmann, wobei ihm klar ist, dass dann auch Investitionen nötig seien. Er gehe fest davon aus, dass die Bewohner erst einmal auf dem Hoppenhof bleiben werden, sagt er.

Der Kreisverband der Volkssolidarität hatte wirtschaftliche Gründe geltend gemacht, den Hoppenhof zu schließen. Barbara Schäfer wies darauf hin, dass in anderen Häusern des Verbandes mit sozialbe treutem Wohnen noch Platz sei. So einfach abschieben lassen sich die Hoppenhof-Bewohner aber nicht. "Wir sind Teterower und bleiben es", sagen sie.

Der Vorsitzende der Interessenvereinigung der Geschädigten im Immobilienskandal der Volkssolidarität, Gottfried Hörnig, sieht in der Schließung des Teterower Heims einen weiteren Skandal im Umfeld der in die Insolvenz gegangenen VS-Immobilienfondsgesellschaften.

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