Forstamt Güstrow : Holzdiebstahl: Förster gewappnet

Hohe Holzpreise locken gerade landesweit Diebe in die Wälder.
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Hohe Holzpreise locken gerade landesweit Diebe in die Wälder.

Ob gewerblicher Diebstahl oder entwendetes Brennholz für den Eigenbedarf: im Herbst verschwindet viel Holz aus heimischen Wäldern

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02. November 2014, 22:00 Uhr

Anhaltend hohe Holzpreise und der bevorstehende Winter locken Holzdiebe in die Wälder. Allein acht solcher Diebstähle registrierte die Polizeiinspektion Güstrow in der jüngsten Zeit. Darunter einer, bei dem gleich 40 Raummeter auf einmal verschwanden. „Das ist eine große Nummer. Da braucht man schon einen Sattelschlepper“, sagt Ralf Neuß, Leiter des Forstamtes Güstrow. Die Gelegenheiten für Diebe sind gerade groß, denn Holz wird vor dem Winter verstärkt eingeschlagen. Die Förster seien deshalb sehr vorsichtig und versuchten das geschlagene Holz so schnell wie möglich zu verkaufen, so Neuß, denn: „Je kürzer die Liegezeit an den Waldwegen ist, desto weniger Gelegenheit gibt es zu klauen.“

Das bestätigt auch Mathias Regenstein, Leiter des benachbarten Schlemminer Forstamtes. Er hat zwei Varianten des Holzdiebstahls in seinen Wäldern ausgemacht: „Zum einen haben wir den gewerblichen Diebstahl, bei dem ganze Lkw-Ladungen Holz verschwinden.“ So einen Dieb konnte das Schlemminer Forstamt vor einem halben Jahr stellen. „Und er wurde auch verurteilt“, freut sich Regenstein. Anders sei es bei den Holzdieben, die privat für den Eigenbedarf Holz aus dem Wald holen. „Auch das passiert. Es ist aber schwer zu sagen, wie oft.“

Um den gewerblichen Holzdiebstahl zu bekämpfen ist das Forstamt Schlemmin sogar zu radikalen Maßnahmen übergegangen. So werden die besonders wertvollen Stämme selektiv mit kleinen Transpondern ausgestattet, die ein GPS-Signal abgeben, damit sie überall per Satellit geortet werden können. „Wenn sich das Holz bewegt, schlägt der Transponder Alarm“, erklärt Regenstein. Das sei eine Vorsichtsmaßnahme gemeinsam mit den Holzkäufern.

Der Holzverkauf stellt die wichtigste Einnahmequelle der Forstämter dar. Deshalb will das Forstamt Güstrow jetzt im Herbst auch eine Kontroll-Offensive in den Wäldern starten, um Holzdiebstähle zu verhindern. „Wir kontrollieren regelmäßig, ob das Holz auch von dem rechtmäßigen Käufer abgeholt wird“, sagt Forstamtsleiter Neuß. Bis zu 30 000 Festmeter Holz verkauft das Güstrower Forstamt jedes Jahr, vor allem Kiefer, aber auch Buche, Fichte, Lerche und Eiche. Beim Schlemminer Forstamt sind es sogar rund 54 000 Festmeter Fichte, Eiche oder Buche, die jährlich verkauft werden. Dabei freuen sich die Forstamtsleiter aus Güstrow und Schlemmin über den aktuell hohen Holzpreis. Bis zu 60 Euro könne man gerade durchschnittlich pro Festmeter erzielen. „Das ist wirklich ein guter Preis“, sagt Mathias Regenstein.

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