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Bundesverdienstkreuz : Hohe Ehre für Krakowerin

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Annerose Wendt, langjährige Vorsitzende des Kulturvereins „Alte Synagoge“ Krakow am See, mit Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet.

Kultur in all ihrer Vielfalt lebendig erhalten und Menschen zusammenführen – das hat sich Annerose Wendt auf die Fahnen geschrieben. Seit 1995 wirkte die heute 72-Jährige als stellvertretende Vorsitzende und ab 2004 bis 2014 als Vorsitzende des Kulturvereins „Alte Synagoge“ Krakow am See. „Frau Wendt engagiert sich in außergewöhnlicher Weise für die Kultur und das kulturelle Leben in Krakow am See“, sagt Krakows Bürgermeister Wolfgang Geistert. Für diese Lebensleistung schlug er sie für das Bundesverdienstkreuz vor. Heute wurde Annerose Wendt diese hohe Ehrung zuteil. Ministerpräsident Erwin Sellering zeichnete sie im Schweriner Schloss mit dem Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland aus.

„Mit dieser Auszeichnung ehren wir Menschen, die etwas ganz Besonderes, etwas Herausragendes geleistet haben, die sich mit viel Idealismus und Einsatz einer Aufgabe widmen, die der Gemeinschaft, die uns allen zugutekommt“, betonte Sellering. „Annerose Wendt hat sich mit großer Tatkraft diesen Herausforderungen gleichzeitig gewidmet“, so der Ministerpräsident gestern in seiner Laudatio auf die Krakowerin. Der Kulturverein „Alte Synagoge“ habe sich auf die Fahnen geschrieben, den Erhalt, die denkmalpflegerische Rekonstruktion und die kulturelle Nutzung der ehemaligen Synagoge im Luftkurort voranzubringen. Sellering: „Gemeinsam mit ihren Mitstreitern hat Frau Wendt dafür gesorgt, dass dieses ehemalige Zentrum jüdischen Lebens ein prägender Ort für die Gegenwart wird, ein Ort mit Ausstrahlung, ein Ort, der Menschen anzieht, der viele Möglichkeiten bietet, sich künstlerisch zu entfalten, der Raum ist für Diskussion und kreative Auseinandersetzung mit wichtigen Themen unserer Zeit.“ Mit Vorträgen, Lesungen, Konzerten, Theateraufführungen oder wechselnden Ausstellungen trage der von Annerose Wendt wesentlich mitgestaltete Verein entscheidend zur kulturellen Vielfalt in der Stadt, für die Krakower genauso wie für die vielen Gäste der Region bei.

Zudem gehe das Engagement von Annerose Wendt weit über die Arbeit im Kulturverein hinaus. „Frau Wendt hat Schüler in Geschichtsprojekten für die prägenden Themen unserer deutschen Vergangenheit sensibilisiert. So ist es ihr gelungen, das Andenken an das reiche jüdische Leben in Krakow am See und in ganz MV zu bewahren.“ Der Ministerpräsident: „Und so ist die Auszeichnung mit dem Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland auch eine Anerkennung dafür, dass Frau Wendt mit ihrem engagierten Eintreten für die Bewahrung des Andenkens an jüdisches Leben in Mecklenburg auch ein Zeichen setzt gegen Antisemitismus, Fremdenfeindlichkeit und Rechtsextremismus.“

Neben Annerose Wendt zeichnete Sellering gestern drei weitere Menschen für ihr ehrenamtliches Engagement mit dem Bundesverdienstkreuz aus: den Rostocker Professor Martin Keysser, den Handwerker Klaus-Dieter Pick aus Stralsund sowie Gerhard Raabe aus Wismar.


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erstellt am 27.Mai.2016 | 20:30 Uhr

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