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Wassermühle Kuchelmiss : Hoffnung im Mühlenstreit

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Gemeinde, Mühlenverein und Pächter wollen erstmals zusammenkommen

von
erstellt am 15.Mai.2014 | 06:00 Uhr

Hoffnungsvolles Zeichen im lange schwelenden Streit mit und um den Mühlenverein in Kuchelmiß: Erstmals wollen sich jetzt Bürgermeister Peter Hildebrandt, Berthold Riech, Vorsitzender des Mühlenvereins, und die Fahrgastgesellschaft Krakow am See, Pächter des Mühlengeländes, an einen Tisch setzen, damit der Mühlenverein ein Vereinszimmer in der historischen Wassermühle im Dorf bekommt. Termin ist der 27. Mai. Das ist das Ergebnis eines von Hildebrandt angesetzten Gesprächs mit den Vereinsmitgliedern bei der Gemeindevertretersitzung am Dienstagabend. „Es ist besser miteinander, als übereinander zu sprechen“, so Hildebrandt. Doch dieser Annäherung war eine kontroverse Diskussion vorangegangen.

Spätestens seit der Verpachtung des Mühlengeländes durch die Gemeinde an die Fahrgastgesellschaft, liegen Mühlenverein und Gemeinde im Clinch. „Die Mühle wurde dem Verein weggenommen“, sagt Riech, der neben dem Mühlenverein auch den Freien Wählern in Kuchelmiß vorsteht und zudem am 25. Mai gegen Hildebrandt als Bürgermeister ins Rennen geht. So sei dem Verein damals die Basis entzogen worden. Deshalb forderte der 47-Jährige bereits auf der vergangenen Gemeindevertretersitzung einen Raum für den Verein in der alten Mühle, damit der Verein vor Ort wieder mehr Projekte anschieben könne. Riech wollte, dass der Bürgermeister dazu Gespräche mit der Fahrgastgesellschaft aufnimmt. „Diese Aufforderung war allerdings im Befehlston gehalten“, zeigte sich Hildebrandt verstimmt über die Vorgehensweise. Er moniert zudem, dass die Mitglieder der Freien Wähler in Kuchelmiß nahezu deckungsgleich mit denen des Mühlenvereins seien. „Ich arbeite für den Mühlenverein und nicht für die Freien Wähler“, unterstrich Hildebrandt gegenüber SVZ.


Verwunderung über geänderte Satzung


Dennoch befürworte er ein Vereinszimmer für den Mühlenverein in der Wassermühle, sagte Hildebrandt Dienstagabend. Deshalb auch der Gesprächstermin am 27. Mai. Verständnislos hingegen zeigte sich der Bürgermeister über eine Satzungsänderung des Vereins. Demnach soll das Eigentum des Mühlenvereins bei einer eventuellen Vereinsauflösung nicht zurück an die Gemeinde, sondern an den Landesmühlenverein fallen. „Das sehe ich nicht ein. Alles worauf der Verein aufgebaut hat stammt aus Mitteln der Gemeinde – von der ersten Schraube bis um letzten Nagel“, erklärt Hildebrandt, der den Mühlenverein vor Jahren selbst gründete. Er forderte eine Erklärung von Riech. Der konterte: „Das ist ein ganz normaler Beschluss der Mitgliederversammlung. Wir können alles belegen, was der Verein selbst bezahlt hat. Es ist unerhört, dass hier jemand Besitzansprüche stellt.“


Tiefes Misstrauen in Kuchelmiß


Ging es doch eigentlich um ein Vereinszimmer, kam jetzt Grundsätzliches auf den Tisch. Auch die Mitglieder des Mühlenvereins sowie die zahlreichen Zuschauer schalteten sich immer wieder in die Diskussion ein. Dabei wurde auch das teilweise tiefe Misstrauen zwischen einzelnen Gemeindevertretern, den Mitgliedern des Mühlenvereins sowie einigen Einwohnern deutlich. So wurde u.a. bemängelt, dass die Feste des Vereins immer mehr an Attraktivität verloren hätten. Gemeindevertreterin Hiltraud Schulz, einst selbst Vereinsmitglied, merkte an, das der Verein von damals knapp 40 Mitgliedern auf elf geschrumpft sei. „Viele wurden aus dem Verein vergrault. Ich wäre froh, wenn es wieder ein schöner Verein wäre“, sagte sie. Und Gemeindevertreter Armin Ochs formulierte: „Die Fronten sind so verhärtet, dass der eine nichts mit dem anderen zu tun haben möchte. Aber die Gemeinde stellt sich nicht quer, wenn der Mühlenverein etwas machen will.“ Damit griff er auch eine Forderung aus dem Publikum auf, dass die Gemeinde mit dem Verein zusammenarbeiten solle.

Auch Riech forderte wiederholt ein klares Bekenntnis der Gemeinde zum Mühlenverein. Das vermissen auch andere Vereinsmitglieder. Hildebrandt betonte, dass die Gemeinde sich nie gegen den Verein gestellt habe. Seine jetzige Gesprächsvermittlung sieht er als ein Zeichen dafür an. „Leider ist der Verein noch nie auf den Pächter selbst zugegangen Der wartet aber auf eine vernünftige Zusammenarbeit“, sagte der Bürgermeister. Das kommende, gemeinsame Gespräch könnte Missverständnisse ausräumen.





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