Güstrow : Hoffnung für Zeppelinhalle

Schandfleck am Ortseingang: Die Zeppelinhalle in Suckow ist nur noch ein Schatten ihrer selbst. Doch der Eigentümer verspricht Besserung.  Fotos: Jens Griesbach
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Schandfleck am Ortseingang: Die Zeppelinhalle in Suckow ist nur noch ein Schatten ihrer selbst. Doch der Eigentümer verspricht Besserung.

Eigentümer der seit Jahren verfallenden Halle in Suckow entschuldigt sich und verspricht erstmals persönlich Besserung

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08. November 2015, 09:00 Uhr

Wenn man nicht in Suckow wohnt, kommt man nicht unbedingt dorthin, außer man ist Postbote. Der Güstrower Ortsteil liegt etwas abseits im Norden der Stadt, nur durch eine Stichstraße mit der B 103 verbunden, ohne Durchgangsverkehr. Auch Bürgermeister Arne Schuldt musste Donnerstagabend bei der Einwohnerversammlung zugeben, z.B. noch nie in der Suckower Kirche gewesen zu sein. Aber wer nach Suckow fährt, dem fällt gleich am Ortseingang auf, warum und worüber die Suckower seit Jahren schimpfen: die total verfallene, einsturzgefährdete so genannte Zeppelinhalle, in der aber nie Zeppeline gestanden haben. Notdürftig abgesperrt ist die riesige Ruine der absolute Schandfleck in Suckow. Doch große Überraschung auf der Einwohnerversammlung: Der 73-jährige Eigentümer trat erstmals persönlich vor den Suckowern auf, entschuldigte sich mehrmals und versprach Besserung.

Seit Jahren verfällt die Halle immer mehr. 2003 hatte sie schon einmal vor dem Abriss gestanden, doch Denkmalschützer protestierten, soll sie doch aus der Zeit des Ersten Weltkriegs stammen. Aber so genau weiß das keiner. Die Halle blieb stehen und wurde von einem Privatmann ersteigert. 2009 gab es eine Bauvoranfrage, hier eine Multifunktionshalle zu errichten – seitdem herrschte Funkstille. „Ich war seit 2010 oft krank, hatte zahlreiche Operationen. Deshalb bin ich nicht dazu gekommen“, entschuldigte sich der Eigentümer, der seinen Namen nicht in der Zeitung lesen will, Donnerstagabend bei den Suckowern. Es sei im peinlich, die Halle in einem fürchterlichen Zustand, „Aber wir gehen es jetzt an“. Der 73-Jährige, der in der Schweiz lebt, will die Halle jetzt so schnell wie möglich abbauen. „Noch dieses Jahr.“ Dann soll sie zunächst eingelagert, wieder hergerichtet und schließlich wieder aufgebaut werden. Die Suckower staunten nicht schlecht, allerdings auch etwas ungläubig. Wann der Wiederaufbau erfolgen soll und vor allem, wie die Halle einmal genutzt werden soll, ist noch völlig offen. „Da bin ich offen für Vorschläge“, so der Eigentümer. Wichtiger sei zunächst, dass der jetzige Zustand beendet werde.

Eine Einwohnerin hakte nach, was denn mit dem ebenfalls dem Verfall preis gegebenen Gutshaus im Ortskern passieren solle, denn auch dieses gehört dem 73-Jährigen. Halle und Gutshaus müsse man im Zusammenhang sehen, sagte er. Auch für das Gutshaus hat er noch keine Ideen. „Ich weiß nicht, was hier rein soll, aber es wird gemacht.“ Die Halle habe aber Priorität.

Güstrows Bürgermeister Arne Schuldt begrüßte die Aussagen des Eigentümers. „Gut ist, dass die Halle, so wie sie ist, verschwindet. Der Anblick am Dorfeingang und die Gefahr sind damit weg“, sagte Schuldt. Jetzt werde der Eigentümer aber auch an seinen Worten gemessen. Die Suckower gaben sich mit diesen Aussagen zunächst einmal zufrieden, eine weitere Diskussion gab es nicht.

In kleinerer Dimension, aber ebenfalls marode ist die Bushaltestelle direkt vor dem Gutshaus. Schon vor zwei Jahren sollte eine neue errichtet werden. Da die Haltestelle aber auf einem Privatgrundstück steht, musste ein neuer Platz gefunden werden. Den habe man jetzt, so Schuldt. Der Neubau einer behindertengerechten Haltestelle sei nächstes Jahr geplant und werde in den Doppelhaushalt der Stadt eingestellt. Aktuelle Bausumme: 38 000 Euro.

Und noch eine positive Nachricht hatte Schuldt für die Suckower: „Entgegen dem Trend in MV hat Suckow wie die Hansestadt Rostock einen Einwohnerzuwachs zu verzeichnen“, sagte er und nannte Zahlen: waren es vor zwei Jahren noch 454 Einwohner, sind es aktuell 463.

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