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"Pipeline Archäologie" in Güstrow : Hoffnung für geschlossene Archäologie-Schau?

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Jetzt soll die seit Anfang 2012 im Schloss Güstrow geschlossene Archäologie-Ausstellung also doch auf Wanderschaft gehen. Noch vor kurzem hatte das Land beteuert, dass es sich um eine Dauerausstellung handeln würde.

svz.de von
erstellt am 10.Sep.2013 | 05:30 Uhr

Güstrow | Jetzt soll die seit Anfang 2012 im Schloss Güstrow geschlossene große Archäologie-Ausstellung des Landes also doch auf Wanderschaft gehen. Noch vor kurzem hatte das Bildungsministerium MV gegenüber unserer Zeitung beteuert, dass es sich bei der Schau "Pipeline Archäologie - Ausgrabungen auf den großen Erdgastrassen in Mecklenburg-Vorpommern" nicht um eine Wanderausstellung, sondern um eine Dauerausstellung für Schloss Güstrow handeln würde (SVZ berichtete). Jetzt also die Kehrtwende. Von Anfang an hatte es Streit um die im August 2011 im Schloss eröffnete Ausstellung zwischen dem Staatlichen Museum Schwerin und dem Bildungsministerium gegeben. Dirk Blübaum, Direktor des Staatlichen Museums, wollte diese Schau nie, "weil sie weder zum Ausstellungskonzept, noch zum Renaissanceschloss passt", hatte er mehrfach betont. Streit war auch um die Finanzierung des Aufsichtspersonals für die Ausstellung zwischen Museum und Ministerium entbrannt.

Die rund 400 Grabungsfunde von den beiden großen Erdgastrassen im Land sollen in Form einer Wanderausstellung durch das Land touren, informierte jetzt ein Sprecher des Bildungsministeriums. Außerdem solle ein Teil der Funde im Archäologischen Freilichtmuseum Groß Raden ausgestellt werden. Im dortigen Ausstellungsgebäude sei noch eine komplette Etage frei, so der Ministeriumssprecher. Um die Schau an anderen Orten zu zeigen, müsse sie jedoch umgestaltet werden, hieß es. Die aktuelle Ausstellung sei an die Gewölbestruktur des Güstrower Schlosses angepasst. Vitrinen, Stellwände, Tafeln und Beleuchtung müssten angeschafft werden. Entsprechende Mittel seien im Doppelhaushalt 2014/2015 vorgesehen.

Der ehemalige Bildungsminister Henry Tesch wollte damals das Güstrower Renaissanceschloss mit der Schau "Pipeline Archäologie" zu einem dauerhaften Ausstellungszentrum für die archäologischen Schätze des Landes machen. Denn bisher fehlen zentrale Ausstellungskapazitäten und -konzepte für diese wichtigen Zeugen der Vergangenheit in MV. Das wird sich auch mit der jetzt angekündigten Wander-Variante nicht ändern. Eine dauerhafte Lösung ist weiterhin nicht in Sicht.

Die geschlossene Ausstellung "Pipeline Archäologie" erstreckt sich noch immer über zwei Ebenen in bisher nicht genutzten Räumen des Schlosses. Rund 400 Exponate aus einem Zeitraum von 12 000 Jahren, von der Ur- und Frühgeschichte bis zur Neuzeit, werden auf einer Ausstellungsfläche von 250 Quadratmetern gezeigt. Die Funde hatten Archäologen bei Bauarbeiten für die beiden Erdgas-Fernleitungen Opal und Nel in Mecklenburg-Vorpommern gemacht. Laut Landesamt für Kultur- und Denkmalpflege kamen während der Öffnung mehrere Tausend Besucher ins Schloss, um die Schau zu sehen. Landesarchäologe Dr. Detlef Jantzen bezeichnet die einst ausgestellten Funde als "fantastisch".

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