Lalendorf : Hoffentlich nie benötigt: Löschteich in Neu Zierhagen

Als Dankeschön überreichte Innenminister Caffier Hermann Sternberg eine Ehrenplakette der Landesfeuerwehr.
Als Dankeschön überreichte Innenminister Caffier Hermann Sternberg eine Ehrenplakette der Landesfeuerwehr.

Land fördert erstmals die Bereitstellung von Löschwasser.

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05. Dezember 2017, 05:00 Uhr

Fast 200 Jahre ist es her, dass es in Neu Zierhagen mal gebrannt hatte. 1824 – so wusste es Bürgermeister Reinhard Knaack ganz genau, stand da eine Scheune in Flammen. Sollte es in dem abgelegenen Ortsteil von Lalendorf aber doch wieder einmal brennen, würde es ernst werden. Denn fünf der sieben Wohnhäuser auf den drei Höfen haben ein Reetdach… Vor allem aber: Es fehlt vor Ort an Löschwasser! Eine 1,7 Kilometer lange Leitung müssten die Kameraden im Ernstfall verlegen, dabei 40 Höhenmeter überwinden, weiß Gemeindewehrführer Carsten Bast zu berichten. Alternativ müssten Löschfahrzeuge pendeln – die nächste Entnahmestelle ist zweieinhalb Kilometer weit entfernt…

Das ist ein ernstes Problem, hat die Gemeinde festgestellt. Zwei Brunnenbohrungen wurden probiert, doch die Wasserader erwies sich als zu tief und auch nicht ergiebig genug. Als Alternative bleibt nur der Neubau eines Löschwasserteiches. Zwei Probleme blieben: ein geeignetes Grundstück und die Finanzierung. Beides ist in Neu Zierhagen jetzt geregelt. So hat sich die Familie Sternberg, die seit eben jenem Brandjahr in Neu Zierhagen ansässig ist, bereit erklärt, von ihrem Grundstück ein Teil an die Gemeinde abzugeben. „Mit finanziellen Vorstellungen, die der Gemeinde entgegen kamen“, lobte der Bürgermeister das Engagement von Hermann Sternberg und Sohn Martin. „Es ist ja wichtig, bei den Reetdachhäusern schnell löschen zu können. Die schöne Ecke soll doch erhalten bleiben“, betont Martin Sternberg. „Man kann ja doch nichts mitnehmen“, sagt der 86-Jährige Senior, „und so ist das Land für einen guten Zweck.“

Gestern übergab Innenminister Lorenz Caffier (CDU) zudem der Gemeinde einen Bewilligungsbescheid. Mit 30 000 Euro fördert das Land den Neubau des Löschteiches. „Wir betreten damit Neuland“, sprach der Minister und wollte auch nicht verhehlen, dass sich seine Begeisterung „in Grenzen gehalten“ habe, als er den Förderantrag auf den Tisch bekam. Bisher nämlich habe das Land die Beschaffung von Löschwasser in den Gemeinden nicht gefördert. In den vergangenen zehn Jahren, so habe er registrieren müssen, hätten sich die Anschaffungskosten für Feuerwehrtechnik und -ausrüstung schließlich verdoppelt. Er kenne aber keine Gemeinde, deren Einnahmen sich verdoppelt hätten. Und die Folgekosten eines offenen Löschteiches für die Gemeinde – Sicherung, Wartung – möchte der Innenminister bei seinen Überlegungen nicht außen vor sehen. Caffier: „Aber die Notwendigkeit ist ja vorhanden. Es darf nicht passieren, dass die Feuerwehr zur Brandbekämpfung ausrückt und es ist nicht ausreichend Löschwasser da.“

Mit 10 000 Euro beteiligt sich auch der Landkreis an den Kosten für den Neubau des Löschteiches, kündigte Kreisbrandmeister Mayk Tessin an. Damit blieben immer noch gut 23 000 Euro Eigenanteil, den die Gemeinde aufbringen muss. „Das ist im nächsten Haushalt eingestellt“, versicherte Bürgermeister Knaack. 300 Quadratmeter groß werde der neue Löschteich sein. Wehrführer Carsten Bast: „Wir hoffen natürlich, dass der nie genutzt wird – höchstens zur Ausbildung.“

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