Theaterprojekt : Hörgeschädigte Kinder fiebern Premiere entgegen

Vor der Uraufführung morgen probten die Schüler aus Güstrow gestern noch intensiv in Rostock.
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Vor der Uraufführung morgen probten die Schüler aus Güstrow gestern noch intensiv in Rostock.

Schüler des Landesförderzentrums Güstrow treten morgen bei einmaligem Musiktheater-Projekt in Rostock auf

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18. Dezember 2014, 05:00 Uhr

„So etwas hat es bei uns noch nie gegeben – eine absolute Premiere“, freut sich Gudrun Fischer, Leiterin des Landesförderzentrums mit dem Förderschwerpunkt „Hören“ MV in Güstrow. Erstmals stehen 13 Schüler der Güstrower Schule im Alter von elf bis 13 Jahren morgen auf einer großen Bühne – bei dem Musiktheater-Projekt „Jona, Jonas und der Wal“ für Hörende und Nichthörende des Volkstheaters Rostock.

Die 13 Schüler sind alle hochgradig hörgeschädigt. Seit Montag proben sie mit ihrer Musiklehrerin Barbara Uhlendorf in Rostock intensiv für die morgige Premiere. „Das ist eine tolle Herausforderung für die Kinder und es stärkt ihr Selbstwertgefühl“, unterstreicht Gudrun Fischer. „Unsere Schüler präsentieren auch Gebärdenpoesie. An unserer Schule haben wir zudem einen Gebärdenchor. Ich bin sehr neugierig, was mich morgen im Rostocker Volkstheater erwartet.“

Autor des szenischen Konzert-Abenteuers ist der Komponisten Helmut Oehring, selbst ein hörendes Kind gehörloser Eltern, der als einer der renommiertesten zeitgenössischen Komponisten gilt. Das Stück handelt von Einsamkeit, Sehnsucht nach dem Anderen und der Suche nach gemeinsamer Sprache und Identität. Musik trifft auf Gebärde, Gebärdensprache auf Tanz und Dialoge auf elektronisches Textzuspiel. Bei dem Musiktheater-Projekt mit den Güstrower Schülern sind auch Gastsolisten und Instrumentalisten der Norddeutschen Philharmonie Rostock dabei.


Kinder sollen Zugang zur Musik bekommen


Inmitten von Orchester, Schauspiel und Tanz sollen die Kinder Räume für eigene künstlerische Zugänge zur Musik und künstlerischen Ausdruckskraft entdecken, heißt es in der Projektbeschreibung. Biografien und Lebenswirklichkeiten der Akteure würden mit der Poesie und Fantasie der erzählten Geschichte verwoben.

Die Uraufführung findet morgen um 14 Uhr im Haus der Musik in Rostock, auf der Probebühne der Norddeutschen Philharmonie statt. Ab 16 Uhr gibt es eine Podiumsdiskussion im Bürgerschaftssaal des Rathaus zu den Herausforderungen der Inklusion für Menschen mit kommunikativen Beeinträchtigungen sowie allgemein zu Kunst und Inklusion. Am 9. Januar um 10 Uhr ist eine weitere Aufführung im Großen Saal des Volkstheaters geplant. Für Schulen und pädagogische Einrichtungen ist der Eintritt frei (Anmeldung unter Telefon 03 81/381 47 04).

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