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Kinder- und Jugendwohnhaus Güstrow : Höhepunkt immer die Pyramide

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Seit zehn Jahren leitet Grit Malmström-Janda eine Akrobatikgruppe im DRK-Kinder- und Jugendwohnhaus in Güstrow

„Atemlos durch die Nacht“ schallt es durch die Turnhalle im Güstrower Tolstoiweg. Nach dem Titel von Helene Fischer wärmt sich die Akrobatikgruppe vom DRK-Kinder- und Jugendwohnhaus für ihre Trainingseinheit auf. Auf dem Programm stehen Tanz, Übungen mit dem Hula-Hoop-Reifen oder dem Springseil. Später geht es auf die Matte, werden Vor- und Rückwärtsrollen sowie Hand- und Kopfstand geübt. Die Krone einer jeden Trainingseinheit aber sind die Pyramiden, die die Kinder und Jugendlichen unter der Anleitung und Hilfestellung von Grit Malmström-Janda und Anke Hanisch bauen.


Wissen und Können an Kinder weitergeben


Vor zehn Jahren gründete die aus einer Güstrower Artistenfamilie stammende Grit Malmström-Janda die Gruppe. „Ich komme ja aus dem Zirkus, war für den Staatszirkus der DDR tätig und nach der Wende lange Zeit in Italien unterwegs“, erinnert sich die 47-Jährige. Als das Aus nach gesundheitlichen Problemen kam, ließ sie sich zur Sozialpädagogin ausbilden und arbeitet seit 2006 als Erzieherin im Kinder- und Jugendwohnhaus. „Natürlich gilt meine Liebe noch der Akrobatik und es ist mir ein Herzensbedürfnis, diese Begeisterung, aber auch mein Wissen und Können an die Kinder und Jugendlichen weiterzugeben“, sagt sie.

Die Übungen trainieren die Motorik der jungen Leute, vor allem aber stärken sie Selbstbewusstsein und Selbstwertgefühl. Denn regelmäßig erarbeitet sich die zwölf Teilnehmer starke Gruppe, deren Altersspektrum von drei bis 15 Jahren reicht, kleine Programme, die sie in Kindergärten oder Altersheimen, bei Geburtstagsfeiern, auf Stadtfesten oder zu Veranstaltungen des DRK zeigen. „Nur reine Akrobatikdarbietungen würden die Kinder überfordern. So stellen wir ein gemischtes Programm nach der Art eines Varietés zusammen und das macht immer beiden Spaß: den Zuschauern und den Kindern, die es aufführen“, erzählt Grit Malmström-Janda. Im aktuellen Programm gibt es eine Pferdedressur, wobei die Kinder die Steckenpferde selbst gebastelt haben. Zudem treten ein Fakir, der auf Scherben tanzt, oder ein Gewichtheber auf. Spaß bereiten immer der Sacktanz und die Springseil-Darbietungen.

Von Anfang an dabei ist Lara Heider. Die 13-Jährige hat noch nicht einen Tag bereut, dass sie in der Akrobatikgruppe mitmacht. „Wir sind eine gute Truppe, in der sich jeder auf den anderen verlassen kann. Und es macht unheimlich viel Spaß“, schwärmt sie.

Nur Grit Malmström-Janda ist manchmal verzweifelt. „Vor unseren Auftritten geht es total chaotisch zu. Dann denke ich oft, dass das nie im Leben etwas wird. Aber meine fantastischen Kinder belehren mich immer wieder eines Besseren“, schmunzelt sie.

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