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Heimatgeschichte : Hobbyhistoriker und Büchernarr

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Werner Lüdtke hat sich der Ortsgeschichte verschrieben / Sein Arbeitsfeld sind Kätwin, Teschow und Kossow

svz.de von
erstellt am 10.Feb.2016 | 06:00 Uhr

„Schön, dass einem möglichen totalen Verfall jetzt Paroli geboten wird“, sagt Werner Lüdtke (78) und meint das Gutshaus in Alt Kätwin. Vor ihm auf dem Tisch liegt ein gut gefüllter Hefter mit Informationen und Bildern zur Geschichte des ab 1820 gebauten Hauses. Werner Lüdtke hat sich schon immer für Geschichte interessiert. Seit er im Ruhestand ist, bleibt mehr Zeit für das Hobby. In erster Linie interessiert ihn die lokale und regionale Geschichte.

Was das Gutshaus in Alt Kätwin anbelangt, kann Werner Lüdtke auf umfangreiche Aufzeichnungen von Helga Suckow zurückgreifen. „Mich interessieren aber nicht nur die nackten Zahlen und Fakten. Viel interessanter ist es, mehr über die Menschen und ihr tägliches Leben herauszubekommen“, beschreibt der 78-Jährige die Faszination von Geschichte. Das sei oft nicht so einfach. Vieles finde er zum Beispiel aber in alten Kirchenbüchern. Dort würden auch die Namen der Gutsherren von Alt Kätwin auftauchen. Im ländlichen Raum seien Dorf- und Kirchengeschichte eng verwoben. Dabei hat Werner Lüdtke längst die Erfahrung gemacht, dass beim tieferen Eintauchen in die Historie nicht selten einige Fragen beantwortet, dafür aber viele neue aufgeworfen werden. Dabei stellte der ehemalige Buchhalter und spätere Bürgermeister von Alt Kätwin fest, dass sich in älterer und neuerer Literatur und im Internet besonders im Zusammenhang der Orts- und Familiengeschichte derer von Maltzahn und der Zuordnung des Ortes Teschow Unklarheiten ergeben. Manches werde dem Teschow bei Teterow zugeschrieben, was seiner Meinung nach eindeutig dem Teschow bei Laage zuzuordnen ist. „Ortsgeschichte bleibt spannend“, lautet sein Fazit. Immer wieder könne man auch beobachten, wie vermutlich einer vom anderen abschrieb und sich so Fehler verfestigen.

Werner Lüdtke forscht eher im „stillen Kämmerlein“. Auf die Frage nach einer möglichen Veröffentlichung reagiert der 78-Jährige zurückhaltend, hat aber ein paar Seiten zur Geschichte der Ortschaften Teschow, Kossow und Kätwin schnell zur Hand. Die ereignisreiche Geschichte reiche bis ins 13. Jahrhundert zurück. „Kätwin wird am 25. Mai 1238 als Dorf Cutauim zum ersten Mal urkundlich erwähnt, ab 4. Oktober 1276 erfolgt die Ersterwähnung von Teschow und Kossow. Heinrich Fürst von Werle gibt dem Vasallen Hermann Koss die Güter Teschow und Kossow zu Lehn.“ So stehe es im Mecklenburgischen Urkundenbuch.

Apropos Bücher. Rund 3800 Bände nennt Werner Lüdtke sein Eigen. Darunter sei alles zu finden von Geschichte über Geografie bis zu Politiker-Biografien. Schon während der Schulzeit spielten Bücher eine wichtige Rolle für den Jungen, der mit der Familie aus Westpreußen nach Mecklenburg gekommen war. „Als Schüler wollte ich eine Bibliothek aufbauen“, erinnert er sich. Selbstverständlich habe er auch die Familiengeschichte aufgearbeitet. In der Zusammenstellung fänden sich die Namen von 273 Personen.

Zeitlebens war Werner Lüdtke Buchhalter bei der Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaft (LPG) in Kätwin, deren Verwaltung im Gutshaus saß. Nach 1990 sei er genau einen Tag arbeitslos gewesen und habe dann eine ABM-Stelle gehabt bevor er in den Vorruhestand ging. Diese sei ein guter Einstieg in seine Hobby-Geschichtsforschung gewesen. „Zusammen mit Frau Hoffmann habe ich eine Chronik für Kronskamp geschrieben“, berichtet er.

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