Türen in Güstrow : Historische Türen weiter bewahren

Allerlei Zubehörteile sind in Kisten gelagert.
Allerlei Zubehörteile sind in Kisten gelagert.

Depot in Güstrow wird nach Auflösung des Fördervereins Region Güstrow ehrenamtlich betreut

23-11367750_23-66109655_1416395986.JPG von
08. März 2015, 23:30 Uhr

Es ist schon ein einzigartiger Schatz, den der Förderverein Region Güstrow seit vielen Jahren hütet. Die historischen Türen stammen aus der Zeit des Barock, der Neogotik, des Klassizismus und der Moderne. Selbst aus der Renaissance dürfte etwas dabei sein. Die Liquidation des Fördervereins werden die wertvollen Stücke überstehen. Burkhard Bauer, Geschäftsführer und nun Liquidator des Fördervereins, übernimmt den Schatz ehrenamtlich in seine Verantwortung.

Die Türen bleiben in ihrem Depot. Interessenten vereinbaren mit Bauer einen Termin. Er zeigt ihnen die in die Jahre gekommenen Schmuckstücke und hat als wichtigstes Utensil eine Taschenlampe dabei. Strom gibt es in dem Depot nicht, auch keine Heizung und kein Tageslicht. „Hier ist es immer kühl und die Temperaturen sind relativ konstant“, berichtet Bauer. Solche Bedingungen kämen den historischen Stücken zugute. Der Verkauf erfolgt über die Stadt Güstrow. Die Preise seien relativ günstig. „Allerdings kostet die Aufarbeitung viel Geld“, sagt Bauer und denkt an Summen von 3000 Euro aufwärts. Architekten aus der Stadt und an historischen Details sehr interessierte Bauherren schauen im Türendepot ein. Vier, fünf Stücke fanden im vergangenen halben Jahr einen neuen Eigentümer, berichtet Bauer.

Im Depot finden sich riesigen Eingangstüren, Stalltürem, schmale Durchgangstüren und Zimmertüren, doppelflügelige ebenso wie schlichte Varianten. Hinzu kommen Oberlichter, ein paar Reste von Türen, Beschläge, Schlösser, alte Nägel und altes Gestänge. Auch ein paar Fenster stehen seit Jahren im Depot. „In der Größe passen sie heute kaum“, denkt Bauer. Vielleicht finde sich aber doch noch ein Interessent.

Zusammengetragen wurden die Türen vorrangig in der ersten Hälfte der 1990er-Jahre. Manch historisch wertvolles Stück wurde dabei quasi aus dem Container gerettet. Mehrere geförderte Maßnahmen auf dem zweiten Arbeitsmarkt beschäftigten sich im dem Fundus, erzählt Bauer. „Damals wurden Türen auch noch aufgearbeitet“, berichtet er. Lange schon aber werde nur noch aufbewahrt. Seit er durch seinen Job mit den Türen in Berührung kam, könne er nicht mehr von ihnen lassen, gesteht Bauer und kümmere sich nun gern ehrenamtlich um sie. Sie hätten ihren ganz eigenen Charme und würden trotz der Blessuren lebendig wirken, versucht Bauer zu erklären. 

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen