Stadtmuseum Güstrow : Historiengemälde nach Odyssee im Stadtmuseum

Helmut Pomowski (l.) und Burkhard Bauer übergaben das Gemälde „Der Anfang“ von Hermann Schepler gestern an Iris Brüdgam vom Güstrower Stadtmuseum.
Helmut Pomowski (l.) und Burkhard Bauer übergaben das Gemälde „Der Anfang“ von Hermann Schepler gestern an Iris Brüdgam vom Güstrower Stadtmuseum.

Bild „Der Anfang“ von Herman Schepler zeigt kampflose Übergabe der Stadt Güstrow im Mai 1945

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31. Juli 2015, 06:00 Uhr

„Der Anfang“ nannte der Künstler Hermann Schepler 1975 sein Bild zur kampflosen Übergabe der Stadt Güstrow im Mai 1945. 30 Jahre nach Kriegsende hatten das Stadtmuseum und das Landtechnische Instandsetzungswerk Güstrow (LIW), damals Patenbetrieb des Museums, dieses Werk in Auftrag gegeben. Ziel war es, die erste Begegnung von Güstrower Bürgern mit der Roten Armee am 3. Mai 1945 gegen 4.30 Uhr morgens im Hotel „Erbgroßherzog“ in Güstrow darzustellen – „Der Anfang“ eben. Dieses für Güstrow bedeutende Historiengemälde schenkte gestern der Förderverein Region Güstrow, der das Bild nach der Auflösung des LIW in seiner Obhut hatte, dem Stadtmuseum.

Schon bald wäre das Gemälde erneut heimatlos geworden, denn auch der Förderverein befindet sich in Auflösung, hört Ende des Jahres auf zu existieren. „Das Bild hing viele Jahre in unserem Schulungsraum“, sagte Burkhard Bauer vom Förderverein gestern bei der Übergabe an Iris Brüdgam vom Museum. Bauer hatte das Bild nach der Wende von Helmut Pomowski, Ausbildungsleiter im LIW, bekommen und versprochen, „gut darauf aufzupassen“. Pomowski hatte 1974 selbst die Auftragsverhandlungen mit dem Maler und Grafiker Hermann Schepler (1911 bis 1990) zu „Der Anfang“ geführt. Anschließend hing das Gemälde im Versammlungsraum des LIW.

Im Mittelpunkt des Gemäldes stehen Hans Warnke (KPD) und Erich Wegner (SPD), die die Stadt an einen Offizier der Roten Armee übergeben. Rechts sind zudem bewaffnete Rotarmisten zu sehen. Weitere Personen der Güstrower Zeitgeschichte sind ebenfalls abgebildet: Friedrich Schult und Pastor Siegert. Und auch Wilhelm Belz, allerdings mit dem Rücken zum Betrachter. Der Reserve-Hauptmann Belz und die junge Ukrainerin Slata Krissjowa, später Kowalewskaja, waren es gewesen, die bereits am 2. Mai den nahenden Sowjets entgegengefahren waren, um über eine kampflose Übergabe der Stadt zu verhandeln. Es gelang, sie stellten sich als Geiseln zur Verfügung und die Sowjets wollten auf den Artilleriebeschuss verzichten. Beide haben Güstrow und viele Menschen vor dem Untergang gerettet. Das war der „Anfang“.  

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