Spenden für Afrika : „Hilfe vor Ort wichtiger denn je“

Die Freude ist groß als Monika Thomsen und der Verein Fahrräder bereitstellen können. Die wurden vor Ort gekauft.
Die Freude ist groß als Monika Thomsen und der Verein Fahrräder bereitstellen können. Die wurden vor Ort gekauft.

Verein „Bützower für Gambia“ wird sich auf den Gänsemarkttagen im August in Bützow erneut präsentieren / Frühjahrsfahrt war Erfolg

svz.de von
27. Juli 2015, 06:00 Uhr

Angesichts von Tausenden Flüchtlingen, die nach Europa kommen, sei ihr einmal mehr bewusst, wie wichtig ihre Hilfe ist, die sie in Gambia vor Ort leistet. Das sagt Monika Thomsen vom Verein „Bützower für Gambia“. Während der Bützower Gänsemarkttage Ende August wird sich der Verein wieder präsentieren. Dann können Interessenten mehr erfahren über dessen Arbeit.

„Als wir jetzt im Frühjahr wieder in Labakoreh waren, ist mir bewusst geworden, dass wir genau das machen, was eigentlich auch im großen passieren müsste“, sagt die ehemalige Bützower Kita-Erzieherin, die heute in Güstrow lebt. „Wir helfen den Menschen vor Ort, dass sie sich Stück für Stück selbst helfen, ihr Leben in ihrem Land gestalten können, dort etwas leisten können und nicht fliehen müssen.“ Das war vor mehr als 15 Jahre genau der Ansatz, als ein Duzend Menschen aus der Bützower Region den Verein gründeten und seitdem in dem kleinsten Land Schwarzafrikas Aufbauhilfe leisten.

„Man kann nicht immer was neues machen. Jetzt kommt es darauf an, das, was wir erreicht haben, zu sichern“, sagt Monika Thomsen. Mittlerweile gibt es in der von den Deutschen initiierten und den Menschen vor Ort gebauten Schule, drei Lehrer. Zwei wurden mit Unterstützung des Vereins ausgebildet. Diese Lehrer müssen bezahlt werden. Für die Rund 90 Schüler ist die Mittagsversorgung zu sichern. Auch das kostet Geld. Nahrungsmittel seien teurer geworden. 150 Euro benötigt man da pro Monat. Als man mit der Essenversorgung vor drei Jahren begann, waren das noch rund 90 Euro.

Eine tolle Überraschung erlebte Monika Thomsen als sie in Gambia war. Eine Güstrowerin kam nachgereist, hatte 355 Euro mitgebracht. Spenden von Schülern und Lehrern der Freien Schule Güstrow. „Davon konnten wir u.a. elf Säcke Reis kaufen. Das reicht für vier Monate.“

Um ihre Arbeit leisten zu können, sind Vereinsmitglieder immer wieder auf vielen Veranstaltungen in der Region und im Landkreis unterwegs. Dort verkaufen sie teilweise in Gambia gefertigte kleine Geschenke. Anderseits berichten sie von der Arbeit, werben Spenden ein oder versuchen Patenschaften zu vermitteln zwischen Deutschen und Jugendlichen in Gambia. Denn mittlerweile sind die ersten Schüler so groß, dass sie eine weiterführende Schule oder eine Universität besuchen können. Doch das Schulgeld können sich die meisten Eltern nicht leisten.

Nur mit Spenden ist es möglich, die Projekte in Gambia, dazu gehört auch ein Gesundheitszentrum, fortzusetzen. So wurden jetzt im Frühjahr die Schulräume renoviert. Sie erhielten einen neuen Anstrich. Mit dem Geld aus Deutschland wurden vor Ort Farben gekauft und die Einheimischen packten an. Es wurde das Hinweisschild an der Hauptstraße erneuert und neues Schulmaterial gekauft. Auch konnten Monika Thomsen sowie die anderen zehn Mitglieder und Freunde des Vereins vier Fahrräder für die Schule vor Ort in Gambia kaufen, ebenfalls von Spendengelder, die sie mitgebracht hatten.

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