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Güstrower Anzeiger

24. November 2017 | 16:19 Uhr

Güstrow : Hilfe für Kriegsflüchtlinge

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Zweiter Hilfstransport in umkämpfte Ukraine gestartet / Martina und Heinz Nitzsche aus Serrahn helfen unermüdlich im Krisengebiet

Kaum wurde der erste Transport ausgeladen, wird schon der nächste Lastwagen gepackt. In der Nacht zu gestern fuhr der Hilfstransport von Serrahn in Richtung Lutsk in der Westukraine. Wieder organisiert von Heinz Nitzsche und Ehefrau Martina. Seit dem Jahr 2001 arbeitet das Ehepaar aus Serrahn wohltätig in der ostukrainischen Hafenstadt Mariupol, kümmert sich um die Ärmsten der Armen (SVZ berichtete). Doch nach Mariupol kommen sie nicht mehr hin, denn der Krieg hat die Ostukraine fest im Griff.

Jetzt helfen Martina und Heinz Nitzsche Menschen, die vor dem Krieg in die Westukraine geflohen sind. Die Hilfsgüter sind unbedingt überlebenswichtig. Diesmal wurden viel Bekleidung, Schuhe, Winterjacken, aber auch zahlreiche Decken, Spielzeug und Geschirr mitgeschickt. Die meisten der Kriegsflüchtlinge seien Christen, so Heinz Nitzsche. „Die Separatisten haben unter anderem schon Gemeindehäuser beschlagnahmt“, sagt er.

In Mariupol, wo die beiden Serrahner seit Jahren arbeiten, sei es zurzeit zwar ruhig. „Die Separatisten sind raus aus der Stadt, aber man weiß ja nie, wie lange“, erzählt Heinz Nitzsche, der mit seiner Frau den ersten Hilfstransport im September nach Kiew begleitet hatte. So hatten sie auch das Ausladen des Transportes miterlebt und freuten sich über die dankbaren Abnehmer.

In Tscherkassy konnten zudem die älteren Leute unterkommen, die Martina und Heinz Nitzsche sonst in Mariupol versorgen. „In einer Küche schlafen und leben sie jetzt zu dritt“, erzählt Martina Nitzsche. Das sei aber vorübergehend in Ordnung. „Aber es gibt keine Steinkohle mehr“, ergänzt Heinz Nitzsche. Und in der Nacht seien die Temperaturen bereits unter den Nullpunkt gerutscht.

Eine besondere Aktion bereiten Martina und Heinz Nitzsche jetzt schon aktiv vor: „Wir hoffen, dass wir knapp 40 Kinder und einige Mitarbeiter im November zur Erholung aus der Ukraine nach Deutschland holen können.“ Über den Botschafter haben sie die Sache bereits anschieben können, müssen aber noch einiges klären. Auch darum sind sie am Wochenende in Sachsen unterwegs, um zu sehen, ob die Kinder dort unterkommen können.

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