Güstrower Klinik : Hilfe für kleinen Jungen aus Ghana

Operation geglückt: Familie Abrebese aus Ghana mit Prof. Tino Just und Doreen Zelma (l.) von der audiologischen Abteilung des Güstrower KMG-Klinikums freuen sich über den Erfolg.
Operation geglückt: Familie Abrebese aus Ghana mit Prof. Tino Just und Doreen Zelma (l.) von der audiologischen Abteilung des Güstrower KMG-Klinikums freuen sich über den Erfolg.

Güstrower KMG-Chefarzt Prof. Dr. Tino Just engagiert sich mit Lehnhardt-Stiftung gegen Schwerhörigkeit bei Kindern und Erwachsenen.

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13. November 2017, 21:00 Uhr

Der achtjährige Bernard Abrebese ist glücklich. Und auch Prof. Dr. Tino Just, Chefarzt der Klinik für Hals-, Nasen-, Ohrenheilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie am KMG-Klinikum Güstrow, ist sehr froh. Der Güstrower Spezialist konnte dem gehörlosen Jungen aus Accra in Ghana in der Barlachstadt jetzt ein Cochlea-Implantat einsetzen. Der Achtjährige hatte in seiner Heimat nicht die Möglichkeit, sich einer solchen Operation zu unterziehen. „Ich freue mich sehr darüber, dass wir den jungen Patienten aus Ghana erfolgreich operieren konnten“, sagt Chefarzt Just. „Es ist immer wieder bewegend mit anzusehen, wie ein Mensch, der sein Leben lang taub war, bereits wenige Tage nach der Cochlea-Implantation akustische Signale wahrnimmt und später Sprache versteht. Auch für seine Mutter war das ein bewegender Moment.“

„In die Welt des Hörens eintreten“

Die Hörprothesen werden schwerhörigen oder tauben Patienten eingesetzt, deren Hörnerv noch intakt ist. Mit dem Implantat wird das Hörvermögen verbessert beziehungsweise hergestellt. Chefarzt Tino Just engagiert sich gemeinsam mit der Lehnhardt-Stiftung gegen Schwerhörigkeit bei Kindern und Erwachsenen. „Wir setzen uns dafür ein, gehörlosen Menschen, die nicht über ausreichende finanzielle Mittel verfügen, durch Spenden ein kostengünstiges Chochlea-Implantat-System zu erwerben und eine Operation zu ermöglichen, mit der sie in die Welt des Hörens eintreten können“, sagt Klaus Gollnick, Vorstandmitglied der Lehnhardt-Stiftung. „Es gibt in Deutschland derzeit drei Kliniken, mit denen wir bei solchen Projekten zusammenarbeiten. Bei Professor Just vom KMG-Klinikum Güstrow überzeugte uns die Qualität der operativen Versorgung und auch der Nachsorge. Auch die Koordination mit der audiologischen Abteilung unter Leitung von Doreen Zelma funktionierte ausgesprochen gut. In Güstrow trafen wir auf ein engagiertes Team, das sich sehr gut um die Patienten und deren Angehörige kümmerte.“

Bei Bernard konnte zwischenzeitlich eine Erstanpassung des Sprachprozessors vorgenommen und der Erfolg der Operation am Klinikum Güstrow nachgewiesen werden. „Er konnte bereits erste Töne wahrnehmen. Weitere Anpassungen des Cochlea-Implantats werden folgen, und der Junge wird an das Sprechen herangeführt werden“, erläutert Just. Begleitet wurde Bernard von seiner Mutter und einem Onkel, der in London wohnt und zur Unterstützung nach Güstrow angereist war. Außerdem war sein fünfjähriger Bruder dabei, der ebenfalls seit der Geburt gehörlos ist. Im Frühjahr 2018 wird die Familie erneut aus Ghana nach Güstrow reisen. Dann wird Chefarzt Just den jüngeren Bruder von Bernard Abrebese mit einem Cochlea-Implantat versorgen.

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