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Güstrow : Hilfe für 750 Jugendliche auf Weg in Arbeitswelt

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

2. Konferenz des Arbeitsbündnisses Jugend und Beruf gestern im Güstrower Kreishaus.

von
erstellt am 30.Mär.2017 | 12:00 Uhr

Der Weg ins Leben ist nicht immer gradlinig, muss er vielleicht auch gar nicht sein, weil Umwege auch wertvolle Erfahrungen mit sich bringen können, meint Anke Dietrich, Leiterin der Agentur für Arbeit Rostock. Um diesen Weg ins Arbeitsleben hilfreich zu unterstützen gibt es im Landkreis Rostock seit fast drei Jahren das Arbeitsbündnis Jugend und Beruf. Eine Bestandsaufnahmen verbunden mit dem Blick in die Zukunft war gestern in Güstrow Thema der 2. Arbeitskonferenz des Bündnisses aus Jugendamt des Landkreises, Jobcenter Güstrow und Bad Doberan sowie die Arbeitsagentur Rostock mit der Berufsberatung.

Sie wollen Jugendlichen mit ganz eigenen Biografien, mit und ohne Migrationshintergrund, motiviert und frustriert, hoffnungsvoll und verängstigt auf der Suche nach ihrem Platz in der Arbeitswelt unterstützen, wie es gestern Sibylle Zelaskowska vom Jobcenter Güstrow formulierte. Lange habe man nebeneinander gearbeitet, seit Juli 21014 nun miteinander, unterstreicht Gabriele Hein vom Jugendamt des Landkreises. Dabei gehe es darum Hilfen für die Jugendlichen aus unterschiedlichen Rechtskreises, also verschiedenen Sozialgesetzbüchern, miteinander im Sinne des Jugendlichen zu verknüpfen. Als erstes habe man eine gemeinsame Datenschutzerklärung benötigt, um im Falle des Falles zum Hörer greifen zu können und die Hilfen aus verschiedenen Richtungen zu koordinieren. „Wir werden immer besser“, schätzt Gabriele Hein ein. An den Kommunikationsstrukturen sei aber auch noch zu arbeiten. Immer wieder müsse man daran denken, nach links und rechts zu schauen, so die Jugendamtsmitarbeiterin.


15 Prozent in Ausbildung vermittelt


Sechs Mitarbeiter der Jugendberufsagentur – fachlich, inhaltlich und finanziell vom Arbeitsbündnis Jugend und Beruf gesteuert – kümmern sich in vier Regionen (Güstrow, Bützow, Teterow und Rostocker Umland) um junge Leute. Sie versuchen mit den Jugendlichen die Klippen zwischen Schule, Berufsausbildung und Arbeit zu umschiffen. Gabriele Hein spricht von einer „hohen Kunst der Sozialarbeit“, die hier notwendig sei. Rund 750 junge Leute wurden in den vergangenen Jahren begleitet. 15 Prozent konnten in eine Ausbildung vermittelt werden, acht Prozent in Arbeit und weitere 15 Prozent in Übergangsangebote (u.a. Hanse-Produktionsschul, berufsvorbereitende Maßnahmen). Die Mehrzahll sei noch in der Begleitung. 13 Prozent der Jugendlichen hätten diese von sich aus abgebrochen, mancher stand später wieder vor der Tür, informiert Gabriele Hein. Die jungen Leute sind durchschnittlich 19 Jahre alt. 60 Prozent sind Jungen, 40 Prozent haben keinen Schulabschluss, 20 Prozent ein Förderschulabgangszeugnis. Mehr als ein Drittel verfüge über die Berufsreife.

Anders als erwartet haben viele Jugendliche schon einiges ausprobiert, bevor sie zur Jugendberufsagentur kommen. Eigentlich sei es aber Ziel der Kooperation solche Fehlvermittlungen zu vermeiden, betont Gabriel Hein. Zunehmen würden psychische Auffälligkeiten der Jugendlichen (Selbstverletzungen, suizidale Gedanken), die erst einmal eine Vermittlung zu einem Psychologen notwendig machen würden. Zu bedenken sei deshalb, ob die Jugendberufsagentur mit einem Psychologen ausgestattet werden müsste. Wichtig sei weiterhin, die Verantwortung der Eltern für die Erziehung ihrer Kinder mehr einzufordern, betont die Mitarbeiterin des Jugendamtes.

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