6. Linstower Wiesn : Hier steppt der bayrische Löwe

Doreen Camenz (stehend) überprüft mit Mediengestalterin Nancy Gulow am PC noch einmal das Layout für die Speise- und Getränkekarten sowie verschiedene Werbungen für die Linstower Wiesn in der nächsten Woche.
Doreen Camenz (stehend) überprüft mit Mediengestalterin Nancy Gulow am PC noch einmal das Layout für die Speise- und Getränkekarten sowie verschiedene Werbungen für die Linstower Wiesn in der nächsten Woche.

Für die Linstower Wiesn vom 25. September bis 3. Oktober verantwortet Doreen Camenz das operative Geschäft

svz.de von
18. September 2015, 06:00 Uhr

Vom 25. September bis 3. Oktober steppt im Van-der-Valk-Resort Linstow der bayrische Löwe. Denn da holt das Mega-Resort mittlerweile seit sechs Jahren das bergige Oktoberfest, das wieder von der Schweriner Volkszeitung präsentiert wird, mitten in die mecklenburgische Seenlandschaft. „Mit stetig wachsendem Erfolg“, versichert Doreen Camenz. Die 36-Jährige muss es wissen, denn sie ist in dem Feriendorf die Operationsmanagerin, wie ihr Tätigkeitsfeld in Neudeutsch heißt.

Was nichts anderes bedeutet, dass sie – allerdings noch den Generalmanager über sich – für alles verantwortlich ist, was operativ kommuniziert, in einen Plan gegossen und letztlich entschieden werden muss. „Dazu zählen der Service, die Küche, die Reinigung der Ferienhäuser, die Rezeption, das Marketing, eigentlich alles, vom Einchecken des Gastes bis zu dem Zeitpunkt, wenn er sich hoffentlich mit einem Wiedersehen 2016 von uns verabschiedet“, zählt die gebürtige Güstrowerin auf.


Gespräche über Hendl schon im Mai


Das sei zwar auch das normale tägliche Geschäft, aber zu den Wiesn nimmt es noch mehr Fahrt auf, schätzt sie ein. Da muss sie z.B. das Okay für die Speise- und Getränkekarten geben, das Eintrittskartenkontingent prüfen, die Dirndl-Kleidung für die Mitarbeiter aufstocken oder die Artikel für den Wiesn-Shop ordern, wo Besucher die Oktoberfest-Bekleidung vervollständigen können, wenn sie z.B. die Lederhosen vergessen haben sollten. Vieles muss auch schon weit vor dem Wiesn-Termin geklärt werden. Doreen Camenz: „Die Gespräche über die Hendl habe ich schon im Mai geführt.“ Vereinbart wurde da auch, dass schnell nachbestellt werden kann, wenn der Hähnchen-Vorrat zur Neige geht. Neu im Angebot sind dieses Jahr neben den beliebten Klopfern kleine Pfeffi-Flaschen. „Wir haben 1440 bestellt, weil sie gegenwärtig bei solchen Festen in sind“, gibt die Managerin einen Einblick, wie man sich auf die Gäste einstellt, damit sie zufrieden aus dem Wiesn-Zelt gehen. „Das ist das Wichtigste“, hebt sie hervor.


Die meisten Preise bleiben stabil


Gut ankommen wird sicher auch, dass die meisten Preise stabil bleiben. Die Maß Bier kostet wie vergangenes Jahr neun Euro. „Darüber sind wir froh. Das liegt aber auch daran, dass wir es geschafft haben, immer mehr Leute zum Oktoberfest zu holen“, sagt eine bisher mit der Vorbereitung sehr zufriedene Doreen Camenz. „Mittlerweile betreuen wir während des Oktoberfestes täglich 2000 Gäste im Zelt“, nennt sie die entscheidende Zahl für den wirtschaftlichen Erfolg. Das führte dazu, dass es am 3. Oktober noch eine Sonnabend-Wiesn gibt. „Wir reagieren, das ist unsere Stärke“, so die Operationsmanagerin.


Zugabe: Linedance und „Lochis“


Das zeigt sich auch darin, dass neue Ideen umgesetzt werden. „Um das Zelt optimal zu nutzen, bieten wir am 2. Oktober einen Western- und Line-Dance-Abend an. Für den 4. Oktober haben wir die You-Tube-Stars ,Die Lochis‘ für die jungen Leute gebucht“, tritt Doreen Camenz gleich den Beweis an. Die Güstrowerin schwört auf das Konzept, auch wenn es natürlich mehr Arbeit macht. „Aber weil es nie langweilig wird, entwickelt sich da ein positiver Stress“, erklärt sie. Für Doreen Camenz fühlt sich das ganze Drumherum bei den Wiesn daher nicht wie Arbeit an.

Das mag aber auch daran liegen, dass sie mit dieser Tätigkeit schon früh in Berührung kam: in der Pension Camenz ihrer Eltern in Güstrow. „Da habe ich schon als 14-Jährige beim Frühstück geholfen und Reservierungen angenommen“, blickt sie zurück. Trotzdem entschied sie sich für eine der damals sicheren Ausbildungs- und Berufsplätze: Sie wurde in der Kreisverwaltung Kauffrau für Bürokommunikation. Vom Arbeitsamt erhielt sie den Tipp für das Linstower Resort, das im Bau war. Das war vor 15 Jahren. Als Assistentin der Geschäftsführung begann sie, heute ist Doreen Camenz eine etablierte Managerin, ohne die die Wiesn nicht laufen würden.

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