VEreine in Der REgion : Hier ist die Tradition zu Hause

Auf diesen aus elf Segmenten bestehenden Adler müssen die Schützen schießen. Wer Rumpf und Herz trifft, ist Bürgerkönig.
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Auf diesen aus elf Segmenten bestehenden Adler müssen die Schützen schießen. Wer Rumpf und Herz trifft, ist Bürgerkönig.

Schützenzunft 1441 Güstrow gehört zu den 30 ältesten Vereinen Deutschlands

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16. August 2015, 23:24 Uhr

In der Schützenzunft Güstrow 1441 laufen die Vorbereitungen für das Schützenfest, das am kommenden Wochenende im Kalender steht. Als ein Höhepunkt wird am Sonnabend der Bürgerkönig ermittelt. Teilnehmen an diesem Wettbewerb können alle Güstrower, die nicht dem Verein angehören. Der Sieger erhält den Pokal des Bürgermeisters der Barlachstadt Güstrow. Bereits am 1. August wurde unter den Zunftmitgliedern der Schützenkönig ermittelt. Es ist Detlef Wysluch, der am Sonnabend auf dem abendlichen Schützenfest zum Schützenkönig proklamiert wird. Erstmals seit sieben Jahren wird mit Ehefrau Sylvia wieder eine Damenkönigin gekürt. Damit stellt zum zweiten Mal ein Ehepaar die Majestäten in diesem Wettbewerb.


Schützenhaus heute Bürgerhaus


Den Konterfeis der Schützen- und Damenkönige ist im Vereinshaus eine Wand gewidmet. Daran ist zu sehen, dass Horst Rußbüldt der erfolgreichste Schütze war. Nach der Wende gewann er diesen Wettbewerb viermal. Auch Ex-Bürgermeister Hans-Erich Höpner taucht in der Reihe der Sieger auf; in der Saison 1996/97 trug er die Krone.

Tradition wird in dem Verein groß geschrieben. Am 11. Juni 1441 – da besaß Güstrow knapp 220 Jahre das Stadtrecht – gegründet, gehört der Verein zu den ältesten 30 Zünften ganz Deutschlands. 86 Jahre gab es noch eine zweite Schützenbrüderschaft, dessen Zusammenlegung Großherzog Friedrich Franz 1835 urkundlich bestätigte. Ein Jahr später richteten die nun wieder geeinten Schützen einen Schießstand neben dem Schützenhaus ein, der im Laufe der Zeit mehrmals verändert und modernisiert wurde. Seit 1881 befand sich das Schützenhaus – heute Bürgerhaus – im Eigentum der Zunft und wurde an die jeweiligen Schützenwirte verpachtet. Bis 1939 weist die Chronik ein reges Vereinsleben auf.


Sportplakette des Bundespräsidenten


Zur Neugründung der Zunft trafen sich am 31. März 1990 Uwe Benedict, Sabine Horn, Günter Frenzel, Wolfgang Rühmling, Paul Marz und Detlef Dzatkowski. „Mit der Neugründung traten wir die Rechtsnachfolge der Zunft von 1441 an“, erklärt Wolfgang Rühmling, der den Verein seit Ende der 1990er-Jahre führt. Tatkräftige Unterstützung erhielten die Güstrower von Vereinen aus der alten Bundesrepublik, wie der Hamburger Billwerder Gilde oder dem Postschützenverein Elmshorn. Noch heute besuchen sich die Vereine gegenseitig zu ihren Festen. „Dazu kommen enge Partnerschaften zu den Vereinen aus der Region, wie den Schützen aus Krakow am See, Laage, Bützow oder Malchow“, zählt Rühmling auf. Auch Sternstunden gab es für den neu gegründeten Verein. So wurde die Schützenzunft der Barlachstadt 2001 mit der Sportplakette des Bundespräsidenten ausgezeichnet und 2003 waren die Güstrower Gastgeber für den Landesschützentag von Mecklenburg-Vorpommern.

Wenn es heute etwas ruhiger um den Verein geworden ist, so liegt das am fehlenden Nachwuchs. „Zu unseren 50 Mitgliedern zählen sechs Frauen sowie sechs Kinder und Jugendliche. Sie alle trainieren und nehmen übers Jahr an Wettkämpfen teil. Aber wir würden gern noch mehr junge Menschen in unserem Verein begrüßen“, betont Rühmling. Mit moderaten Beiträgen für Kinder und Jugendliche haben die Güstrower eine Voraussetzung geschaffen. Gern würden sie ihren Sport und ihr Vereinsleben noch mehr in der Öffentlichkeit bekannt machen. 



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