Glocken für St. Marien : Hier entsteht eine neue Glocke

Fasziniert verfolgen die Güstrower den Guss der neuen Friedensglocke in Lauchhammer.  Fotos: Monika Tschritter
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Fasziniert verfolgen die Güstrower den Guss der neuen Friedensglocke in Lauchhammer. Fotos: Monika Tschritter

Erste und größte von drei neuen Glocken für Güstrower Pfarrkirche gegossen / Gemeindemitglieder live in Gießerei dabei

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16. November 2015, 21:00 Uhr

„Festgemauert in der Erden, Steht die Form aus Lehm gebrannt, Heute muss die Glocke werden, frisch Gesellen seid zur Hand!“ Was Friedrich Schiller hier in seinem berühmten Gedicht von der „Glocke“ beschreibt, erlebten jetzt 20 Gemeindemitglieder der Güstrower Pfarrgemeinde St. Marien live. Gemeinsam reisten sie in die Glockengießerei ins brandenburgische Lauchhammer, wo vor ihren Augen die erste und größte der drei neuen Glocken für die Pfarrkirche gegossen wurde.

Diese bronzene Glocke wird den Namen „Friedensglocke“ tragen und ist mit ihrer Mächtigkeit von 3300 Kilogramm auch die bisher größte in Lauchhammer je gegossene Glocke. Die neue Glocke wird in 14 Tagen aus ihrer langsam abkühlenden Ummantelung aus Lehm und Erde befreit. Der Guss von zwei weiteren, kleineren und gleichgroßen Glocken wird in Kürze ebenfalls in Lauchhammer folgen. Im Frühjahr 2016 sollen die drei neuen Glocken dann in Güstrow eintreffen. Die Kosten für die neuen Glocken für St. Marien belaufen sich auf rund 130 000 Euro, 110 000 Euro für das Gießen und etwa 20 000 Euro für das Aufhängen. 50 000 Euro davon will die Pfarrgemeinde durch Spenden aufbringen. 30 000 Euro sind nach Informationen von Pastor Matthias Ortmann bereits zusammengekommen.

Der Guss der riesigen Glocke war ein Spektakel für die Güstrower. „Auf ein Kommando des Gießmeisters ergossen sich aus zwei riesigen Gießpfannen zwei glühende Ströme flüssiger Bronze mit einer Temperatur um 1200 Grad über die offenen Zuführungen zur unter der Erde verborgenen Gießform“, schildert der Güstrower Dieter Kölpin. „Weißer Dampf, Blitzlichter von vielen Fotoapparaten und der Feuerschein der flüssigen Bronze erfüllten die Gießhalle mit magischem Leuchten. Der schnell ablaufende Gießvorgang wurde mit einem abschließenden Kommando des Gießmeisters und mit dem Beifall der Anwesenden beendet.“ Zuvor hatte Pastor Ortmann eine Andacht in der kleinen Kapelle auf dem Gelände der Gießerei gehalten. Der Guss der Glocke erfolgte zur Sterbezeit Jesus Christus an einem Freitag um die Mittagsstunde.  

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