Betreuungsgeld : Herdprämie als Segen für Kitas

Kita-Leiterin Kathrin Ode im Gespräch mit Monteur Michael Brusch. Heute soll die neue Heizung für die Kita und die Wohngruppe in Zehna laufen.
Kita-Leiterin Kathrin Ode im Gespräch mit Monteur Michael Brusch. Heute soll die neue Heizung für die Kita und die Wohngruppe in Zehna laufen.

Knapp 1,44 Million Euro kommen über den Landkreis in den Kommunen an.

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23. November 2017, 05:00 Uhr

In der Kindertagesstätte in Diekhof soll etwas für den Schallschutz getan werden. 10 000 Euro aus der einstigen so genannten Herdprämie – korrekt Betreuungsgeld – kommen der Gemeinde da gerade recht. Insgesamt erhält der Landkreis Rostock in diesem Jahr knapp 1,44 Million Euro. Etwa die Hälfte davon muss er an die Gemeinden zur Verbesserung der Kinderbetreuung weiterleiten. Die Verteilung erfolgt entsprechend der Anzahl der Kinder bis zu 10 Jahren. „Der Landkreis aber gibt auch die Mittel, die ihm zustanden an die Gemeinden weiter“, so Kreissprecher Michael Fengler. Wie so oft, muss nun aber alles schnell gehen. Ende Februar erwartet der Landkreis eine Abrechnung der Gelder.

Neue Heizung für die Kita in Zehna

Wie in den Ämtern mit dem Geldsegen umgegangen wird, ist unterschiedlich. Im Amt Laage werden die Gelder auf die Kindereinrichtungen (Tagesstätten und Tagespflege) aufgeteilt, im Amt Güstrow-Land konzentriert man sich hauptsächlich auf ein Projekt. Hier ist es die Kita in Zehna mit einem beachtlichen Sanierungsstau, wie es Amtsleiterin Sabine Schwarz formuliert. „Die Bürgermeister haben sich darauf verständigt nicht hier und dort mit Kleckerbeträgen zu unterstützen, sondern in Zehna zu helfen“, betont Schwarz. Von den rund 64 000 Euro für die Gemeinden des Amtes werden etwa 55 000 Euro für eine neue Heizung und die Sanierung des Heizungsraumes – ein Anbau – ausgegeben. „Es ist jetzt nicht gerade der optimale Zeitpunkt, eine neue Heizung zu installieren, aber wir sind so froh darüber“, sagt Kathrin Ode, Leiterin der Kita in Trägerschaft des IB in Zehna. Drei Tage käme man mit einem Provisorium über die Runden. Heute soll die neue Heizung laufen. Mit Wärme versorgt werden die Kita und eine Wohngruppe des IB im Obergeschoss des gemeindeeigenen Hauses. Seit Jahren habe die Heizung immer wieder repariert werden müssen, zuletzt sei bei einer Baumabnahme noch der Anbau beschädigt worden, berichtet Ode.

Große Freude auch in der Kindertagesstätte „Kinderland“ in Laage. „Wir bekommen 28 000 Euro und wollen diese hauptsächlich in eine Aufwertung des Außenbereiches stecken“, berichtet Kita-Leiterin Marita Osterloh. Sonnenschutz und Spielgeräte ständen auf der Wunschliste. Außerdem sollen mobile Trennwände angeschafft werden, um einen großen Raum bei Bedarf teilen zu können. „Das ist wie ein vorweg genommenes Weihnachtsgeschenk“, betont Osterloh. Im Amt Laage, so informiert Petra Müller als noch amtierende Leitende Verwaltungsbeamtin, haben sich die Bürgermeister darauf verständigt, das Geld (62 000 Euro) entsprechend der Kapazitäten der Kindereinrichtungen weiterzuleiten. Dazu habe man die Wünsche der Kitas und Tagesmütter abgefragt. Ähnlich verfährt man im Amt Krakow am See. Rund 55 000 Euro sollen u.a. für Spielgeräte und Schallschutzmaßnahmen eingesetzt werden.

In Güstrow können 190 227 Euro für die Verbesserung der Kita-Betreuung ausgegeben werden. „Wir haben die Träger aufgefordert Projekte einzureichen. Sie reichen von einer Aufwertung der Spielplätze über neues Mobiliar bis zu Schallschutzmaßnahmen“, berichtet Stadtsprecherin Karin Bartock.

Das Betreuungsgeld – die sogenannte Herdprämie – wurde an Eltern gezahlt, die ihre Kinder nicht in eine Einrichtung gaben, und war später vom Bundesverfassungsgericht Mitte 2015 gekippt worden. Das im Bundeshaushalt dafür verplant Geld sollte danach nicht im Bundes-Etat versickern, sondern für die Kinderbetreuung eingesetzt werden.

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