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Heiße Sohlen auf motorisiertem Einrad-Oldtimer

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erstellt am 19.Mär.2012 | 09:45 Uhr

Güstrow | Schneller Wechsel in der Sport- und Kongresshalle. Wo am Sonnabend noch Fußballmannschaften beim Turnier der Volkssolidarität gegeneinander antraten, staunten anderentags Motorsportfreunde über Oldtimer, Speedwaymaschinen und Schiffsmodelle. Zum vierten Mal hatte der Motor- und Mountainbike-(MTB)-Club Krakow am See zu seiner Oldtimer-, Motorsport- und Modelbauausstellung eingeladen. Nach zweimal Krakow am See und einmal Teterow war gestern die Barlachstadt an der Reihe. Zirka 180 Aussteller aus mehreren Bundesländern präsentierten ihre Exponate. Manch einer war mit einer Maschine gekommen, andere mit einer ganzen Serie. Wie Holger Lohf aus Krakow am See. Der Schornsteinfegermeister und Feuerwehrmann ist begeisterter Oldie-Bastler. "Über jeden Winter eine Maschine", lautet seine Devise. Zurzeit hat er einen EMW 340 unter seinen Fingern. In Güstrow zeigte Lohf seine Simson-Reihe vom SR1 über SR2 bis hin zu Sperber, Schwalbe oder Star.

Holger Lohf gehört mit Dieter Griep und Uwe Brandenburg zum Kern des Organisationsteams. "Wir wollen damit auch die hiesigen Klubs MC Güstrow, MC Bergring Teterow und MSC Groß Schwiesow unterstützen", sagt Brandenburg, der selbst MSC-Mitglied ist und schon mal vorsorglich auf den traditionellen Moto-Cross-Termin 1. Mai in Groß Schwiesow aufmerksam macht. Dieter Griep hatte den MTB-Club im April 2004 gegründet. Damals gab es im Luftkurort ein schlagkräftiges Mountainbike-Team. "Inzwischen sind die Jugendlichen erwachsen geworden, sind weg gezogen oder in den Händen von Mädchen gelandet", schmunzelt Griep.

Nun hat der Verein Zeit, sich auf die Ausstellungen zu konzentrieren. Im jährlichen Wechsel sollen sie künftig in Güstrow, Teterow und Krakow am See stattfinden und für die ganze Familie interessant sein. So gab es gestern auch eine Modenschau, und die Kleinen konnten sich auf einer Hüpfburg vergnügen. Immer wieder trafen sich Bekannte. So kam Griep mit Adolf Sulz ins Gespräch. Die beiden hatten als Mitglieder im MC Bergring Teterow in den 1970er-Jahren so manchen Strauß auf Sand- oder Grasbahnen ausgefochten.

Die Oldtimer-Fans kamen ebenfalls auf ihre Kosten. Neugier rief das weltweit älteste und fahrtüchtige motorisierte Einrad von Hubert Brosche hervor. Der Bad Segeberger hatte es in den 80er-Jahren aus einem Schrottberg gerettet und in zehn Jahren wieder aufgebaut. Brosche bedauerte, dass er sein Gefährt nicht vorführen konnte. "Es ist ganz anders als Fahrrad oder Motorrad fahren", versichert er. Vor allem: Das Monowheel verfügt über keine Bremse. "Nur die Füße - und da braucht man öfter ein paar neue Schuhe", lacht der Bastler. Häufiges Motiv für Fotografen war auch ein Mercedes-Benz mit dem Baujahr 1933.

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