Güstrow : Heimstatt für Hans Naczenskis Werke

Vereinsmitglied Anna Herrmann schaut sich in der Güstrower Ausstellung byzantinischer Ikonen um. Ab Herbst werden kretische Ikonen in der Galerie zu sehen sein.
Vereinsmitglied Anna Herrmann schaut sich in der Güstrower Ausstellung byzantinischer Ikonen um. Ab Herbst werden kretische Ikonen in der Galerie zu sehen sein.

SVZ-Serie „Vereine in der Region“: Der Güstrower Verein zur Förderung religiös motivierter Kunst ist etwas besonderes in der Barlachstadt.

svz.de von
16. März 2016, 21:00 Uhr

Die aktuelle Ausstellung „Hans Naczenski – Grafiken und Plastiken“ in der Galerie in der Besserstraße 1 wird voraussichtlich bis Mai verlängert. „Uns haben kirchliche Gruppen gebeten, die Schau mit den Naczenski-Werken um zwei Monate zu verlängern“, begründet Ingrid Freimuth, stellvertretende Vorsitzende des Vereins zur Förderung religiös motivierter Kunst.

Der langjährige katholische Pfarrer Hans Naczenski und sein umfangreiches künstlerisches Schaffen waren der Anlass für die Vereinsgründung 2002. Hervorgegangen aus einem Kreis kunstinteressierter Menschen, die sich in den 1990er-Jahren um den 2007 verstorbenen Geistlichen versammeltet hatten, ging es den Vereinsmitgliedern darum, dem vielschichtigen Werk des Pfarrers eine Heimstatt zu geben. „Als die Caritas in ihr neues Domizil zog, konnten wir das Erdgeschoss zur Galerie ausbauen“, erinnert sich die Vorsitzende, Sylvia Schmitt. Mit Feuereifer waren die Mitglieder beim Umbau dabei. „Wir haben Öfen abgerissen, unzählige Fußbodenschichten entfernt, Türen geschliffen, Fenster gestrichen“, zählt Ingrid Freimuth auf. Nach zwei Jahren Arbeit waren ein Schmuckstück und eine neue Adresse für Kunstinteressierte in der Barlachstadt entstanden. Unter dem Thema „Hans Naczenski und seine Künstlerfreunde“ veranstaltet der Verein seitdem zahlreiche Ausstellungen, in denen neben Plastiken, Grafiken und Malereien des Pfarrers auch Werke von Künstlern aus der Region – Wolfgang Severin-Iben, Marianne Zeiske-Berger, Wieland Schmiedel, Martin Jamborsky und andere – zu sehen waren und sind. „Ein Höhepunkt war sicher die Fotoschau von Dorcas Platt Wagenknecht ‚Hoffnung Tibet’, die um Vorträge und Meditationen erweitert wurde“, erinnert sich Sylvia Schmitt. Viel beachtet war auch die Ausstellung von über 50 byzantinischen Ikonen der Malerinnen Nektarija Karajcic und Ursula Räke. Während der Schau fanden Kurse zur Ikonenmalerei statt.


Zerstörte antike Kunstwerke


Um Ikonen wird es auch ab Herbst gehen, wenn die Hamburgerin Kirsten Voß Kunstwerke aus der berühmten kretischen Schule vorstellt. Davor werden über den Sommer etwa 60 Fotos von Ernst Lau aus Baumgarten unter dem Titel „Reflektionen“ gezeigt. Für den April plant Sylvia Schmitt einen Vortrag über Syrien unter dem besonderen Blickwinkel der vom sogenannten Islamischen Staat zerstörten antiken Kunstwerke.

Und so allmählich richten die Mitglieder ihren Blick auf das Jahr 2017, wenn der 15. Geburtstag des Vereins gefeiert werden soll. Ideen für Ausstellungen, Veranstaltungen und besondere Events sind gefragt. Bis dahin wollen die Vereinsmitglieder die 2015 begonnene bauliche und energetische Sanierung des Hauses abschließen. Auf dem Programm stehen noch Arbeiten, die im Dachgeschoss, in dem sich auch der Fundus der Werke von Naczenski befindet, zu erledigen sind.




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