Laage : Heimatverein Laage vor dem Aus

Sie stehen von Anfang an für den Heimatverein Laage: Gisela Walter, Ingrid Lindemann, Rosemarie Eggert und Manfred Walter (v. l.).
Sie stehen von Anfang an für den Heimatverein Laage: Gisela Walter, Ingrid Lindemann, Rosemarie Eggert und Manfred Walter (v. l.).

Findet sich kein neuer Vorsitzender, löst sich der Verein im Sommer nach 17 Jahren auf.

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09. Januar 2018, 05:00 Uhr

Die Internetseite des Heimatvereins Laage sucht man vergeblich. Eine Jahreshauptversammlung, die immer Ende Januar stattfand, gibt es in diesem Jahr auch nicht. „Erst im Sommer“, betont Vereinsvorsitzender Manfred Walter (80). Das Wort Vereinsauflösung will er noch nicht in den Mund nehmen, andere Vereinsmitglieder schon. Der Verein – exakt Verein der Heimat- und Naturfreunde Laage und Umgebung – hat noch eine Galgenfrist bis zum Sommer. Findet sich niemand, der den Vorsitz übernimmt, endet die Vereinsgeschichte, die im Januar 2000 begann.

Schon vor vier Jahren hatte Walter, der dem Verein vom ersten Tag an vorsteht, einen Rückzug angekündigt, den Vorsitz dann aber doch noch für zwei Amtszeiten übernommen. „Ich mache nun mit knapp 81 Jahren garantiert nicht weiter“, betont Walter und fügt hinzu: „Wenn sich kein anderer findet und der Vorstand nicht gewillt ist ohne Vorsitzenden weiterzuarbeiten, war’s das.“ Diese Entscheidung werde aber erst im Sommer fallen, darauf habe man sich verständigt. Auch eine Vorstandssitzung in der vergangenen Woche brachte nichts Neues. „Die Hoffnung schwindet natürlich“, gesteht Walter. Von den rund 20 Vereinsmitgliedern wolle bisher niemand den Vorsitz übernehmen. Auch außerhalb des Vereins hat sich der scheidende Vorsitzende umgetan – ohne Erfolg. Der eine traue es sich nicht zu, der andere habe keine Lust und wieder andere schlicht andere Interessen. „Vielleicht liegt es daran, dass der Verein keine lange Tradition hat“, versucht Walter eine Erklärung.

Ohne den Heimatverein wird in Laage etwas fehlen, ist sich der 80-Jährige sicher. Manches Mal hätten Laager ihm gesagt, dass sie es schade fänden, dass kaum noch öffentliche Veranstaltungen stattfinden. Dieses Angebot war schon in den vergangenen Jahren deutlich reduziert worden. Das Laager Musikantentreffen – ein Aushängeschild des Vereins – gab es schon seit 2013 nicht mehr. Dafür konzentrierte man sich mehr darauf, ein Stück Laager Geschichte im Zusammenhang mit dem Stadtjubiläum – Laage feierte vor zwei Jahren 800. Geburtstag – festzuhalten. Drei Publikationen sind erschienen.

Bis zum Sommer nur vereinsinterne Treffen

„Es wäre schade, wenn der Verein aufgelöst wird“, sagt Vereinsmitglied Helmut Precht. Es würde ihm ebenfalls etwas fehlen, eine Gruppe, der Heimatverbundenheit etwas bedeutet, die sich mit lokaler Geschichte beschäftigt. „Aber das ist wohl der Gang der Zeit“, fügt er hinzu. Er selbst habe genug Ämter und wolle sich nicht weiter verzetteln.

Auch Dorathea Rudolph, langjähriges Vereinsmitglied, wiegelt ab. Sie hätte genug um die Ohren, auch wenn sie mit 63 Jahren noch zu den jüngeren Mitgliedern gehören würde. Manfred Walter habe als Vereinsvorsitzender die Latte hoch gelegt. Da bleibe kaum Hoffnung, dass sich noch jemand findet, der den Vereinsvorsitz übernimmt. „Da findet sich keiner. Wir sind doch alle schon über 70“, sagt auch Ingrid Lindemann aus dem Vereinsvorstand.

Die rund 20 Mitglieder des Heimatvereins werden mit nochmals verminderter Kraft, wie Vereinsvorsitzender Walter formuliert, bis zum Sommer weitermachen. Öffentliche Veranstaltungen werden nicht mehr organisiert. Vereinsintern werde man sich monatlich treffen. Geschieht kein Wunder löst sich der Verein im Sommer auf.

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