Heidis Models immer noch top?

Heidi Klums Castingshow „Germanys Next Topmodel“ macht Clarissa Stegemann und Laura Radon (v.l.) auch nach Jahren noch Spaß.
Heidi Klums Castingshow „Germanys Next Topmodel“ macht Clarissa Stegemann und Laura Radon (v.l.) auch nach Jahren noch Spaß.

Was „Germanys Next Topmodel“ auch nach Jahren noch ausmacht, erzählen drei Güstrower Schülerinnen

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21. April 2018, 05:00 Uhr

Warum so viele Mädchen „Germany's Next Topmodel“ (GNTM) gucken, kann Johanna Raschke nicht verstehen. „Es gilt nur, wer am dünnsten ist oder am emotionalsten gucken kann. Ob wahre Schönheit wirklich zählt, ist fraglich. Innere Werte und der Charakter spielen überhaupt keine Rolle“, sagt die Schülerin des Güstrower Brinckmanngymnasiums. Warum aber schauen gerade junge Mädchen jedes Jahr aufs Neue GNTM mit Begeisterung?

Es läuft bereits die 13. Staffel der Castingshow mit Heidi Klum und noch immer verfolgen Millionen von Menschen jeden Donnerstag wie „Model-Mama“ Heidi „ihre Mädchen“ ein weiteres Mal auf den Laufsteg schickt. Die Kandidatinnen müssen sich bei Fotoshootings in extremen Höhen oder beim Posieren unter der Dusche auf offener Straße behaupten, sie müssen schauspielern, tanzen und turnen können. Besonders im Internet und den sozialen Medien wird das Privatleben der Kandidatinnen ausgeschlachtet. Sogenannte Modesünden und „oben ohne“-Fotos aus Jugendjahren werden vorgeführt, über das Liebesleben wird wild spekuliert und über Schicksalsmomente ebenfalls dramatisch berichtet.

Johanna Raschke bemängelt, dass die Folgen jeder Staffeln nur inszeniert seien: „Das bemerken die wenigsten. Es gibt immer eine zickige Schönheit und eine arrogante Besserwisserin.“ Für Johanna ist es gut vorstellbar, dass die Show die Wertvorstellung und Körperwahrnehmung vieler junger Mädchen in der Entwickklungsphase beeinflusst. „Kein einziges Mädchen in der Sendung ist zu klein oder hat zu kurze Beine. Woran soll man sich denn da als junges Mädchen orientieren?“

Die Schülerinnen Laura Radon und Clarissa Stegemann sehen eine andere Ursache des Erfolgs. „Ich finde es teilweise echt lustig, es ist unterhaltsam zu sehen, wie die Mädchen miteinander umgehen“, erzählt Laura Radon. Clarissa Stegemann sagt: „Es ist einfach eine gute Entertainment-Show für den Abend. Es ist aber nicht mein Traum, bei GNTM mitzumachen oder dass die Kandidatinnen meine Vorbilder seien“, betont die Elftklässlerin. „Im Gegenteil, ich finde das einfach nur lustig und man kann sich gut amüsieren.“ Besonders gut gefallen Clarissa die Fotoshootings. „Wie die Fotos entstehen und was die Mädchen dafür machen müssen, finde ich interessant. Richtig toll fand ich das Body-Painting-Fotoshooting. Die Fotos, die dabei entstanden sind, sahen schon echt genial aus!“, schwärmt die 17-Jährige. Der Rest sei nach einer Weile jedoch langweilig. „Wenn es zum Laufsteg geht, schalte ich meistens weg“, stimmt Laura zu.

Seit Jahren hält sich hartnäckig die Kritik an GNTM, die Sendung würde junge Zuschauerinnen negativ bezüglich ihrer Selbstwahrnehmung, ihrer Körperwahrnehmung und ihren Idealen beeinflussen. „Ich denke schon, dass die Show einen negativen Einfluss auf junge Mädchen haben kann, die dann versuchen, genauso perfekt auszusehen. Persönlich jedoch lasse ich mich davon nicht beeinflussen, da ich denke, dass jeder auf seine Weise gut ist, egal ob dick oder dünn“, stellt Laura Radon klar.

Eine Reaktion auf die unrealistischen Körperideale der Show könnten die „Curvy Models“ sein: Mädchen, die dem normalen Mittelmaß entsprechen. „Ich finde das extrem gut, da sie nicht so typische Models sind, sondern normale Frauen mit Kurven“, meint Clarissa. „Ich denke, dass die Curvy Models eigentlich eher dem Durchschnitt entsprechen. Trotzdem finde ich es sehr gut, da die Sendung so realistischer wird“, fügt Laura hinzu. Aus diesem Grund ist auch die Curvy Model Kandidatin Pia der Favorit der beiden, da sie nicht so gekünstelt wie die anderen sei und ihren Körper liebe.

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