Schule in Güstrow : Heftige Debatte über Inselseeschule

Der Schulhof der Güstrower Inselseeschule wird gerade erneuert. Die Stadt wertet den Schulstandort damit auf.
Der Schulhof der Güstrower Inselseeschule wird gerade erneuert. Die Stadt wertet den Schulstandort damit auf.

Leser diskutieren im Netz kontrovers über Artikel „(Problem-)Schule am Inselsee“

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11. Mai 2017, 20:45 Uhr

Der Beitrag „(Problem-)Schule am Inselsee“ in unserer Mittwochausgabe hat heftige Reaktionen ausgelöst. Im Internet stieß der Artikel auf große Resonanz. Auf dem Facebook-Auftritt der SVZ entbrannte eine rege Diskussion. Besonders an der Bezeichnung „Assi-Schule“, mit der die Schule am Inselsee in der Güstrower Südstadt laut Schulleiterin Caren Mahn oft diffamiert wird, schieden sich die Geister der Kommentarschreiber. Auch die Bedenken mancher Eltern, die ihre Kinder wegen des hohen Ausländeranteils nicht mehr auf die Inselseeschule schicken wollen, stießen auf ein geteiltes Echo.

„Viele ausländische Kinder bedeutet also automatisch, dass es dort asozial zugeht?“, fragt beispielsweise Stefanie Chalumi. Und Anja Mallow Krüger schreibt: „Ihr tut ja so, als wenn nur die ausländischen Kinder an dieser Schule Probleme machen. Aber auch unsere deutschen Familien haben vielfach Problemkinder daheim.“

„Der Ruf der Schule war vor zehn Jahren schon nicht der beste. Daran sollte vielleicht mal gearbeitet werden! Für mich steht auch fest, dass ich meine Kinder nicht auf die Schule schicken werde“, merkt hingegen Svenja Berndt stellvertretend für einige Kommentarschreiber an. Viele unterstreichen den schlechten Ruf der Schule, da solle man nicht „um den heißen Brei herumreden“. Immer wieder tauchen Kommentare auf, die auch den Lehrern die Schuld für diesen Ruf der Inselseeschule zuschieben. Dem widerspricht Magda Weland: „Ich habe zwei Kinder die dort zur Schule gehen. Probleme und Sorgen ließen sich immer gut klären.“ Zum Ärger, den es laut Schulleiterin Caren Mahn vor kurzem mit drei ausländischen Schülern gegeben habe, schreibt Magda Weland: „Diesen Vorfall kenne ich, da es uns persönlich betraf, und nun muss ich auch mal die Schule in Schutz nehmen. Sie haben genau richtig und schnell gehandelt. Ich habe mich sehr verstanden gefühlt und es wurde vorrangig im Wohle unserer Kinder entschieden. “ Sara Kara zollt der neuen Schulleitung Respekt: „Hut ab vor den Damen, die die Leitung übernommen haben. Die Probleme sprechen sie doch klar an.“

Eine Reaktion erreichte uns auch von Gabriele Vieroth, Koordinatorin der Grundschule der Inselseeschule. „Wir, die Grundschullehrer der Schule am Inselsee, sind sehr traurig darüber, was der Artikel ,(Problem-)Schule am Inselsee’ in der Bevölkerung auslöst“, sagt sie. Um zu zeigen, dass an der Schule sehr gute Arbeit geleistet wird, lädt sie alle Güstrower am 1. Juni zum Kinderfest auf dem neu gestalteten Schulgelände ein. Gemeinsam mit dem Hort, Awo-Mitarbeitern, Schülern der Berufsschule und Eltern der Inselseeschule haben die Lehrer für die Schüler ein Fest mit vielen Stationen, einem großen Frühstücksbuffet und einem Feuerakrobaten vorbereitet. „Geben Sie uns die Möglichkeit, zu zeigen, wie an unserer Schule miteinander umgegangen wird.“ Eine passende Überschrift für einen Zeitungsartikel über dieses Fest hat Gabriele Vieroth auch schon: „(Klasse-)Schule am Inselsee“.

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