Volkssolidarität : Hauptgedanke: Solidarität

Malte Rüther und Anken Selck mit Petra Müller (v.l.), stellvertretende Bürgermeisterin in Laage, im Gespräch.
Malte Rüther und Anken Selck mit Petra Müller (v.l.), stellvertretende Bürgermeisterin in Laage, im Gespräch.

Die Volkssolidarität gründete sich vor 70 Jahren – am Freitag lud der Kreisverband Mecklenburg-Mitte in der Güstrower Wollhalle zum Empfang.

svz.de von
25. September 2015, 21:00 Uhr

Vor 70 Jahren wurde die Volkssolidarität (VS) gegründet. Dieser besondere Jahrestag wurde gestern in der Güstrower Wollhalle vom Kreisverband Güstrow mit einem Empfang begangen. „Wir möchten uns heute für alle Hilfe und Unterstützung bei zahlreichen Partnern bedanken“, sagte Anken Selck, stellvertretende Vorsitzende des Vorstandes. Darum wurden Vertreter von Kommunen, anderen Wohlfahrtsverbänden, Reha-Häusern und Partner aus sozialen Bereichen dazu eingeladen. Dazu kamen Vertreter vom Landesverband sowie Leiter der Einrichtungen. Kulturell wurde die Veranstaltung von Kindern der Laager VS-Kita „Knirpsenland“ sowie der Kreismusikschule begleitet.

650 Mitarbeiter werden im Kreisverband beschäftigt. In zehn Kindertagesstätten werden beispielsweise 1200 Kinder betreut, in fünf Sozialstationen werden 480 Klienten gepflegt und betreut. Die Liste ließe sich noch fortsetzen. Über die Jahre ist die VS gewachsen. Doch sie sei keine Einrichtung der DDR, wie sie von manchen gesehen werde, sagt Malte Rüther, stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender.

Am 25. September 1945 wurde die VS gegründet, damals war der Zweite Weltkrieg gerade vorbei und die DDR gab es noch gar nicht. „Die VS wurde gegründet als ein Bündnis von Parteien, Landeskirchen, Gewerkschaften, Frauenorganisationen, von Menschen unterschiedlichster Herkunft“, hebt Malte Rüther hervor. Das gemeinsame Ziel war stets Hilfsbedürftige zu unterstützen. „Ein ziemlich aktuelles Anliegen, auch 70 Jahre später“, sagt er weiter.

Die VS wurde ein soziales Korrektiv, ein Träger sozialer Solidarität innerhalb des Volkes. In den 40 Jahren DDR-Geschichte entwickelte sie sich zur Massenorganisation. Hauswirtschaftspflege, Essensversorgung für Bedürftige, kulturelle Arbeit in den Klubs und ehrenamtliche Arbeit gehörten zum gesellschaftlichen Auftrag der VS.

Nach der Wiedervereinigung wurde am 14. September 1991 der Kreisverband Mecklenburg-Mitte gegründet. „Heute sind wir Mitglied im Paritätischen Wohlfahrtsverband und mit 4500 Mitgliedern und 77 Ortsgruppen ein starker Mitgliedsverband“, bilanziert Rüther. Die Mitglieder seien durchschnittlich in höherem Lebensalter, darum werde vorwiegend für die älteren Mitbürger etwas auf die Beinen gestellt. Reisen für Senioren, Frauentagsfeiern und eine Vielzahl von Festen gehören unter anderem dazu.

Aber auch junge Menschen kommen bei der VS nicht zu kurz. „In Zeiten schwindender Bevölkerung auf dem Land Angebote für Jugendliche und Jugendklubs zu schaffen. All das gehört auch zu unseren Aufgaben“, so der stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende. Die Herausforderung sei, sich anzupassen, sich zu modernisieren.

Der Hauptgedanke sei wie schon vor 70 Jahren, solidarisch mit bedürftigen Menschen zu sein. Und das Motto laute nach wie vor: „Miteinander-Füreinander“. Eine große Feier zum 70-jährigen Bestehen des Kreisverbandes wird es im Oktober für die Mitglieder geben. Die soll dann im Bürgerhaus stattfinden.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen