Krakow am See : Harvester beißt sich durch

Nahe der Spitze von Lehmwerder arbeitete sich gestern die von Manfred Stelzel gesteuerte Holzerntemaschine durch Fichten und Eschen.  Fotos: Eckhard Rosentreter
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Nahe der Spitze von Lehmwerder arbeitete sich gestern die von Manfred Stelzel gesteuerte Holzerntemaschine durch Fichten und Eschen.

Umfangreiche Waldarbeiten: Vorbereitung für Umbau auf Lehmwerder und Ehmkwerder zum Kur- und Heilwald läuft an.

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20. Februar 2018, 05:00 Uhr

Höllisches Kreischen, Knacken und Krachen durchbricht die Idylle. Auf der Halbinsel Lehwerder im Krakower See frisst sich ein Harvester durch den Wald, knackt Baum für Baum weg, nimmt den Stamm in die Zange, entästet und schneidet das Holz transportgerecht zu. Auf dem Gelände der ehemaligen Berufsschule am Jörnberg stapeln sich die Stämme. Für Spaziergänger muss das gerade bearbeitete Gelände abgesperrt bleiben – auf Lehm- und auf Ehmkwerder haben die Vorbereitungen für den Umbau des Waldes zum Kur- und Heilwald begonnen.

Zwei Problemfelder hat Forstamtsleiter Frank Zerbe auf Lehmwerder ausgemacht, denen werde jetzt beigerückt. So sei eine größere Fläche mit einem Eschenbestand bewachsen, der sich „zwischen tot und halb tot“ befinde. „Es stehen nur noch 30 Prozent der Bäume“, sagt Zerbe. Hier werde im Frühjahr ein neuer Eichenwald gepflanzt. Eine zweites, unweit gelegenes Areal habe auch nur noch 30 bis 40 Prozent Baumbestand. Hier sind es Fichten, hoch gewachsen und in der Krone dem Wind nicht gewachsen. „Nicht standortgerecht“, urteilt der Forstfachmann. Eine Streuobstwiese werde hier angelegt, mit Äpfeln, Birnen und auch einigen Nussbäumen. „Die Fläche wird einen Park-ähnlichen Charakter bekommen. Das wird ein kleines Highlight werden“, ist Wolfgang Geistert sicher.

Der Krakower Bürgermeister überzeugte sich gestern vom Fortgang der Arbeiten. Im Januar hatte der viele Regen noch den Start verhindert. Erst am Donnerstag der vergangenen Woche habe man mit den schweren Maschinen auf die Wege fahren können, ohne zu viel zu zerstören. Denn abgesehen von den beschriebenen Radikalfällungen wolle man nur „leicht durchforsten“, wie Frank Zerbe sagt. Die Einschlagarbeiten seien zum größten Teil ohnehin erforderlich und auch vorbeugend. Wenn nämlich der Kur- und Heilwald fertig sein wird, wolle man schließlich erstens um Sicherheit für Spaziergänger wissen und zweitens dann auch nicht so schnell wieder mit großem Gerät rein müssen, erklärt der Forstamtsleiter.

Bis zum Mittwoch der kommenden Woche, so hofft der Forstmann, sei man mit dem Durchforsten fertig. Schließlich müssten auch die Waldarbeiter in solch einem Bereich wie den Halbinseln zwischen Gruber See und Stadtsee auf die nahende Vogelbrutzeit Rücksicht nehmen. „Wir machen das möglichst schonend, gehen auch noch mit der Hand rein. Und wir gehen auch nicht mit der Axt in die geschützten Biotope“, versichert Frank Zerbe. Im Frühjahr, wenn alles neu Angepflanzte grünt, werde der Wald wieder einladender sein als in diesen Tagen.

Das Anlegen der Wege, Aussichtspunkte und Sitzgelegenheiten für den künftigen Kur- und Heilwald werde, so alles plangemäß läuft, im nächsten Herbst/Winter geschehen, gibt Bürgermeister Geistert Auskunft. Im April, so hofft er, sollte die beantragte Förderung bewilligt werden. Und übrigens: Sollten Krakower Brennholz brauchen, sei jetzt eine gute Gelegenheit, sagt Geistert. Meldung bitte bei Harry Fesner in der Amtsverwaltung.

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