SVZ-Wochenend-Interview : Hardrockfan im offenen Cabrio

Gabriele Mahnke ist in ihrer Güstrower Praxis immer auf Kinder eingestellt.
Gabriele Mahnke ist in ihrer Güstrower Praxis immer auf Kinder eingestellt.

20 Fragen an die Güstrower Kinderärztin Gabriele Mahnke. Die gebürtige Thüringerin verschlug es aus Berlin nach Mecklenburg.

svz.de von
26. März 2016, 12:00 Uhr

Ursprünglich kommt die Kinderärztin Gabriele Mahnke (56) aus Thüringen, doch schon seit dem zweiten Lebensjahr wohnte die gebürtige Apoldaerin in Berlin. In Vorpommern, in Greifswald, studierte sie Medizin. Über die Facharztausbildung, in Berlin absolviert, gab es zwischenzeitlich die politische Wende. Da es schwierig geworden war, in einer Klinik eine Anstellung zu finden, entschied sich das Ehepaar für die Niederlassung. Gemeinsam mit ihrem Mann, ein Mecklenburger, den sie während des Studiums kennen gelernt hatte, suchte sie nach neuen Herausforderungen und fand sie 1993 in Güstrow. „Wir haben es nie bereut“, sagt Gabriele Mahnke, die in Ganschow wohnt. Zur Familie gehören zwei erwachsene Söhne, Sebastian (33) hat ein Down Syndrom und lebt in Güstrow im Geschützten Wohnen, Markus (29) studiert in Berlin Medizin. Wir stellten Gabriele Mahnke unsere 20 Fragen.

Wo ist Ihr Lieblingsplatz?
Ich fühle mich pudelwohl in unserem Zuhause in Ganschow. Ich hätte es nie für möglich gehalten, dass ich in einem Dorf leben und mich dort auch wohl fühlen würde. Es ist eine idyllische Insel und ein idealer Zufluchtsort nach einem arbeitsintensiven Praxistag.
Was würden Sie als Bürgermeisterin in Ihrem Wohnort sofort ändern?
Ich würde mir wünschen, dass genügend Mittel verfügbar sind, um Kindern in schwierigen Situationen helfen zu können. Es gibt auch viel ehrenamtliches Engagement, aber mitunter scheitern gute Ideen an finanziellen Möglichkeiten.
Wo kann man Sie am ehesten treffen?
Vermutlich in meiner Praxis. In meiner Freizeit bin ich sehr gern irgendwo an der Ostseeküste.
Womit haben Sie Ihr erstes Geld verdient?
In Schulferien im Berliner Bremsenwerk am Fließband.
Wofür haben Sie es ausgegeben?
Für schicke Klamotten.
Was würden Sie gerne können?
Klavierspielen. Als unser Sohn Klavierunterricht nahm, hatte ich die kühne Idee, einfach mit zulernen. Ich habe schnell eingesehen, dass ich deutlich mehr Aufwand betreiben müsste.
Was stört Sie an anderen?
Wenn Menschen den Boden unter den Füßen verlieren und nicht mehr „echt“ sind. Darüber hinaus sind Unehrlichkeit und Vertrauensmissbrauch für mich absolut inakzeptabel.
Worüber haben Sie zuletzt herzlich gelacht?
Es gibt so viele Gelegenheiten herzlich zu lachen, sowohl in der Praxis über lustige Begebenheiten mit den Kindern, als auch im Freundeskreis. Und wer es immer wieder hervorragend schafft, mich herzlich lachen zu lassen ist unser Sohn Sebastian.
Was haben Sie zuletzt Unvernünftiges getan?
Ich glaube, ich bin irgendwie zu vernünftig; ich bin aber sehr gern ausgelassen, finde es cool, in meinem Cabrio laut Deep Purple hörend durch die Gegend zu fahren.
Wer ist Ihr persönlicher Held?
Ich habe nach der Wende in Berlin West einen Kinderarzt kennengelernt, der meinen Weg sehr geprägt hat. Es hat mich beeindruckt, wie er Familien an der richtigen Stelle abholen konnte und mit höchster Empathie Worte gefunden und Handlungsstrukturen aufgebaut hat.
Welches Buch lesen Sie gerade?
Zwei: von Horst Evers „Alles außer irdisch“ als entspannte Feierabendlektüre zum Vorlesen und Dan Browns „Inferno“, ich mag es gerne spannend.
Welche Fernsehsendung verpassen Sie nie?
Gern Krimis, allerdings muss es nicht so brutal zugehen, für mich ist die Aufklärungsarbeit das Unterhaltsame.
Wo trifft man Sie eher: bei einer Karnevalsfeier oder bei einem Fußballspiel?
Bei einem Fußballspiel, besser noch beim Eishockey.
Wen würden Sie gerne mal treffen?
Das kann ich gar nicht so genau sagen, ich mag es sehr über Gott und die Welt zu erzählen bzw. zu diskutieren, dabei ist es einfach wichtig, dass ich auf interessierte Menschen treffe.
Wenn Sie selbst kochen: was kommt dann bei Ihnen auf den Tisch, griechische, italienische, chinesische oder deutsche Gerichte?
Bevorzugt die mediterrane Küche, aber auch deutsche Hausmannskost.
Mit welchem Lied verbinden Sie Ihre schönste Erinnerung?
„Born to be wild“ von Steppenwolf. Wir waren 2010 mit Freunden mit dem Motorrad in den USA unterwegs, natürlich gehörten die Route 66, der Highway Nr.1, San Francisco… zu unseren Strecken.
An welches Geschenk erinnern Sie sich noch gerne und von wem haben Sie es bekommen?
Mein Mann hat mir mal einen Overall genäht. Wir hatten uns eine Nähmaschine gekauft und als gelernter Handwerker musste er als erstes etwas „Richtiges“ nähen. Er hat richtig gut gepasst und sah auch schick aus.
Welchen Traum möchten Sie sich noch erfüllen?
Irgendwann wieder im „Großstadtflair“ zu wohnen. Rostock könnte ich mir gut vorstellen.
Wie gestalten Sie ihre Freizeit als Rentnerin?
Darüber wollte ich noch gar nicht nachdenken: wandern, reisen, Ski laufen, tanzen, Zeit mit Freunden verbringen, vor allem mehr Zeit für Ehemann, Kinder, Enkelkinder zu haben.
Wem sollten wir diese Fragen ebenfalls stellen und warum?
Conny Weiß vom Bücherhotel in Groß Breesen. Ich habe großen Respekt vor Menschen, die einen Traum haben und alles daran setzen, diesen umzusetzen und dafür eine große Portion Kraft und Risikobereitschaft aufbringen.












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