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Bundespreis : Handwerkerkunst in der Burg im Blick

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Burg Kurzen Trechow Anwärter auf Bundespreis / Gestern sah sich die Jury um

Eine Wettbewerbskommission aus Mitgliedern der Architektenkammer MV, der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, der Handwerkskammer Rostock und des Bildungsministeriums MV schaute sich gestern in der Burg Kurzen Trechow um. Ist diese doch eine von 13 ausgewählten Kandidaten in unserem Land für den Bundespreis für handwerkliche Meisterleistungen bei der Sanierung historischer Baudenkmale. „Dieser Preis wird jedes Jahr in zwei Bundesländern ausgelobt. Diesmal in Mecklenburg-Vorpommern und Hessen“, sagt Ursula Schirmer von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz.

Insgesamt habe es in MV 36 Bewerbungen um den Preis gegeben, für dessen Gewinner in jedem der beiden Bundesländer 15 000 Euro für den Hauseigentümer zur Verfügung stehen. Die Baufirmen der Sieger-Objekte werden mit Urkunden für den Bundespreis bedacht. „Das sind dann sehr gute Referenzen für weitere Ausschreibungen“, so Schirmer. Vor Kurzen Trechow hatte sich die Jury das frisch sanierte Derzsche Haus in Güstrow angesehen.

In Kurzen Trechow dann erwartete sie ein weiteres Meisterwerk aktueller Baukunst. Gelang es doch Baufirmen mit großem handwerklichem Geschick, den 400 Jahre alten, total marode gewordenen Granitbau Stück für Stück wiederaufzubauen. Dennoch bleibt noch eine Unmenge zu tun, nach der erfolgten Fassadensanierung jetzt vor allem im Inneren der Burg. Etwa eine Million Euro sind bisher in die Restaurierung geflossen. Wobei Stiftungen halfen. „Der Gesamtbedarf beläuft sich auf sechs Millionen Euro“, überschlug gestern der „Burgherr“ Christian Schierning, der sich den Wiederaufbau des früheren Familienbesitzes zu seiner Lebensaufgabe gemacht hat.

„Es ist für mich selbst immer noch ein Wunder, was inzwischen daraus wurde“, gesteht er mit Blick auf die sanierte Fassade. Voller Enthusiasmus erzählte er der Jury von der bewundernswürdigen Arbeit der Bauleute, die sich vor allem für die Stabilisierung der Außenwände und des abgeknickten Dachstuhles eine Menge einfallen lassen mussten.

Über den abenteuerlichen Verlauf der Restaurierungsarbeiten hatte der Bauherr so viel zu erzählen, dass ihn die Jury schon bremsen musste, hatte sie gestern doch noch mehrere Objekte zu besichtigen. Aber wie ihre Entscheidung über die Preisträger auch ausfallen mag, die Anerkennung der Jury ist Christian Schierning schon jetzt sicher. „Was der Mann sich da aufgebürdet hat, gegen so viele Widerstände, ist bewundernswert“, meint Heidi Gerber von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz.

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