Hohen Sprenz : Handarbeit als Realität im virtuellen Zeitalter

In der Messerwerkstatt arbeiten Charlotte Jürn, Michelle Kunkel, Jacques Ruynat und Franziska Schultze (v.l.). Fotos: Sieglinde Seidel
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In der Messerwerkstatt arbeiten Charlotte Jürn, Michelle Kunkel, Jacques Ruynat und Franziska Schultze (v.l.). Fotos: Sieglinde Seidel

Handwerkerwoche: Auf dem Pfarrhof in Hohen Sprenz werkelten 26 Mädchen und Jungen.

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11. Oktober 2018, 20:00 Uhr

Auf dem Pfarrhof in Hohen Sprenz stehen Tische. Es wird gebohrt und gefeilt und es riecht nach Holz. 26 Kinder und Jugendliche verbringen ihre Ferien bei der zweiten Handwerkerwoche, die die Christophorus-Kirchengemeinde Laage als Träger der Jugendarbeit im Amt Laage anbietet. In drei Gruppen haben die Teilnehmer gewerkelt und genährt, selbst ausprobiert und dabei andere und sich selbst besser kennen gelernt. Heute werden sie ihre Arbeiten vollenden und den Eltern vorstellen.

„Es ist uns wichtig, dass Kinder und Jugendliche in Zeiten der medialen Herausforderungen auch üben, mit eigenen Händen und Körperkraft Ideen umsetzen“, sagt Johannes Kretschmann. Der 26-Jährige ist Jugendsozialarbeiter und Gemeindepädagoge in Ausbildung und leitete gemeinsam mit weiteren Mitarbeitern diese Woche an. In seiner Gruppe konnten Kinder Hocker mit einer Sitzfläche von 30 Zentimeter Durchmesser und 45 Zentimeter langen Beinen fertigen. Sie nehmen sie mit nach Hause, wo diese sie noch lange an die Handwerkerwoche erinnern wird.

Gleich nebenan in einer Jurte wurde vor allem gefeilt. Die Gruppe um Tim Kayatz fertigte in der Messerwerkstatt ein eigenes Messer an. „Aus Horn und Kirschholz ist der Griff“, erklärt Tim Kayatz. Bis das Holz die entsprechende und gewünschte Form hat, sind viele Handgriffe notwendig. Eine Hülle aus Leder gab es noch dazu – auch die wurde natürlich von Hand gearbeitet. Merle Pansegrau aus Hohen Sprenz, die schon zum zweiten Mal bei der Handwerkerwoche dabei ist, probierte sich in der Messerwerkstatt aus. Auch Charlotte Jürn hatte sich dafür entschieden. „Ich finde es interessant“, sagt sie.

Ein Raum des Pfarrhauses war schließlich für die dritte Gruppe in eine Nähstube umgestaltet worden. Drei Nähmaschinen, einige Stoffe und Nähgarn standen den Kindern zur Verfügung. Hier war Heidrun Fugmann mit von der Partie. Sie macht selbst viel Handarbeiten und näht gern. Nun half sie den Kindern, wenn sie allein nicht nicht mehr weiter kamen. „Ich finde es gut, wenn Kinder auch schon so was können“, sagt sie. Erik Trense aus Kritzkow war mit Eifer als einziger Junge in dieser Gruppe. „Handwerk macht großen Spaß“, so der 11-Jährige. Eine Mütze und eine Stickarbeit hatte er gestern bereits fertig.

Die Tage wurden mit einer kurzen Andacht in der Hohen Sprenzer Kirche begonnen. Dann ging es an die Arbeit. Kinder und Jugendliche kamen aus Laage, Kritzkow, Sabel und Groß Lantow.

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