Gleviner Strasse 3 : Händler klagen: „Wie im Krieg“

Hat seinen Laden direkt gegenüber der Brandruine und jetzt mitten im Fußgängertunnel: Geschäftsinhaber Dietmar Ode.
Hat seinen Laden direkt gegenüber der Brandruine und jetzt mitten im Fußgängertunnel: Geschäftsinhaber Dietmar Ode.

Gleviner Straße in Güstrower Altstadt nach Brand im Februar weiter gesperrt. Geschäftsinhaber fühlen sich abgeschnitten.

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15. Mai 2017, 21:00 Uhr

Noch immer liegt Schutt auf der Straße. Verkohlte Holzbalken sind durch die kaputten Fensterscheiben zu erkennen. Und im ehemaligen Gemüsehandel vergammelt das Obst und Gemüse. Für die Brandruine Gleviner Straße 3 in der Güstrower Altstadt besteht noch immer Einsturzgefahr. Betreten verboten! Darum ist auch die Straße auf Höhe des Hauses weiterhin gesperrt – auf unabsehbare Zeit. Zur Sicherheit wurde ein Fußgängertunnel auf der gegenüberliegenden Seite errichtet. Mitten in diesem Fußgängertunnel liegt das Geschäft „Shockhouse“ von Dietmar Ode. Der Geschäftsinhaber ist frustriert: „Das sieht aus, als wenn der Krieg ausgebrochen wäre. Für die Kunden ist das sehr abschreckend.“

Das „Shockhouse“ hat es beim Brand des gegenüberliegendes Gebäudes im Februar besonders hart getroffen. Der Kopf des Schornsteins der Gleviner Straße 3 ist in das Schaufenster gekracht. „Die Scheibe ist zerborsten und der Rahmen beschädigt“, sagt Ode. „Wir können das jetzt nicht reparieren, weil wir den Fußgängertunnel vor der Nase haben.“ Für den Geschäftsinhaber muss jetzt endlich was passieren. „Wir haben schon das Brunnenfest verpasst und auch für das Stadtfest und die Einkaufsnacht im September sehe ich schwarz“, sagt er.

Die Händler in der Gleviner Straße fühlen sich abgeschnitten. „Wenn man vorne auf dem Markt steht, denkt man, es ist Krieg und geht erst gar nicht in die Straße rein“, sagt auch Rosemarie Severin vom Wäschegeschäft. „Es ist ruhiger geworden, weniger Kunden kommen“, hat sie festgestellt. Das habe man schon an den gesunkenen Umsätzen im vergangenen Monat gemerkt. Schon allein optisch sei die jetzige Situation unerträglich. „Die Straße muss wieder eine Durchgangsstraße werden“, fordert Rosemarie Severin. So will es auch Lieselotte Meyer vom Schuhfachgeschäft Meyer. „Wir sind stark beeinträchtigt durch diese Sperrung“, sagt sie.

Die Aufhebung dieser Straßensperrung ist eine der wesentlichen Forderungen der Händler der Gleviner Straße an die Stadt. „Sämtliche Händler der Straße haben sich zusammengeschlossen. Innerhalb der nächsten 14 Tage wollen wir beim Bürgermeister vorsprechen“, sagt Dietmar Ode. „Wir wollen vernünftig informiert werden. Wir wollen, dass das Brandhaus anders gesichert und die Straße beräumt und wieder geöffnet wird. Und das der Tunnel wegkommt“, stellt er klar.

Auch der Gewerbeverein Güstrow unterstützt die Händler. Mario Kohlhagen vom Gewerbeverein regt eine Hinweistafel mit den Geschäften der Gleviner Straße auf dem Markt an, um wieder mehr Kunden anzulocken. Auch ein Banner am Gerüst vor der Fassade des Rathauses, die gerade saniert wird, könnte er sich vorstellen.

Wie es mit der Brandruine weitergeht ist weiter offen. Ein Statiker hatte das Gebäude als einsturzgefährdet eingestuft und die Untere Denkmalschutzbehörde des Landkreises hatte es von der Denkmalliste gestrichen. Ein Abriss ist damit möglich. Die Stadt hatte für den Fall eines Wiederaufbaus bereits Unterstützung über Städtebaufördermittel angeboten und will so viel wie möglich von der Gleviner Straße 3 erhalten. Die Stadt will auch jetzt noch einmal das Gespräch mit dem Eigentümer suchen. Der wollte sich gegenüber unserer Zeitung nicht dazu äußern, was er mit dem Haus vorhat.  

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