"Attacke gegen Hühnerkacke" : Hähnchenmast-Gegner machen mobil

Die Gegner: Carola Schwarz (4. v.l.) kämpft mit ihrer Bürgerinitiative  gegen die geplante Hähnchenmastanlage in Wattmannshagen. Jens Griesbach
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Die Gegner: Carola Schwarz (4. v.l.) kämpft mit ihrer Bürgerinitiative gegen die geplante Hähnchenmastanlage in Wattmannshagen. Jens Griesbach

Wattmannshagen könnte demnächst "Chickenhagen" heißen. Das befürchtet zumindest die Bürgerinitiative "Nein zur Hähnchenmastanlage." Gestern demonstrierten sie gegen das Vorhaben, eine Hähnchenmastanlage zu errichten.

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20. Januar 2012, 07:29 Uhr

Roggow | Wattmannshagen könnte demnächst in "Chickenhagen" umbenannt werden. So befürchtet es zumindest die Bürgerinitiative "Nein zur Hähnchenmastanlage", die gestern in Roggow beim Erörterungstermin zu der am Dorfrand von Wattmannshagen geplanten Anlage ihrem Ärger Luft machte. Mit Plakatsprüchen wie "Uns stinkt’s ganz gewaltig!" oder eingängigen Formeln wie "Attacke gegen Hühnerkacke" demonstrierten die sieben Mitglieder der Bürgerinitiative gegen das Vorhaben der Landwirte Roland und Matthias Streeb, Vater und Sohn, eine Hähnchenmastanlage für 200 000 Tiere zu errichten.

Beim gestrigen Erörterungstermin, angesetzt vom Staatlichen Amt für Landwirtschaft und Umwelt Mittleres Mecklenburg (Stalu), kamen sämtliche Einwendungen der Gegner der Hähnchenmastanlage auf den Tisch. Gut gefüllt präsentierte sich das Lokal "Uns Dörpkraug" in Roggow. Mehr als 150 Unterschriften hatte die Bürgerinitiative unter ihrer Vorsitzenden Carola Schwarz aus Wattmannshagen im Vorfeld gesammelt. "Wir erwarten, dass unsere Einwände und Ängste ernst genommen werden", setzte sie große Hoffnungen in den Erörterungstermin. Dieser Termin ist nur ein weiterer Schritt im laufenden Genehmigungsverfahren für die Hähnchenmastanlage. "Wir sind mittendrin. Es liegt noch viel Arbeit vor uns. Schluss ist noch lange nicht", so Stalu-Leiter Hans-Joachim Meier.

Das Stalu hatte vor dem gestrigen Erörterungstermin die insgesamt 135 Einwendungen gebündelt, die größtenteils inhaltlich gleich seien, so Meier. Wie schon im Genehmigungsverfahren für die Hühner-Aufzuchtanlage in Bergfeld (SVZ berichtete) drehen sich die Befürchtungen der Gegner vor allem um emissionsschutzrechtliche Belange, also um die Angst vor Geruchs- und Lärmbelästigungen sowie vor Feinstaub und Keimen. Auch die Beeinträchtigung des Landschaftsbildes wird vorgebracht sowie ein mangelnder Brandschutz der Anlage. Der Tierschutz ist ebenfalls ein wichtiges Argument der Bürgerinitiative. Kritisiert werden vor allem die Bedingungen in der Massentierhaltung. "Wir haben einfach Angst davor, dass unsere Lebensqualität in Wattmannshagen leidet", brachte es gestern Carola Schwarz auf den Punkt. Sie befürchtet durch die Hähnchenmastanlage nicht nur eine Zerstörung der Natur, sondern auch eine Gesundheitsgefährdung für die Menschen.

Investor Matthias Streeb gab sich gestern gelassen. "Man muss die Bedenken ernst nehmen, aber nicht alle sind berechtigt", sagte der Landwirt aus Niegleve. "Wir halten uns an alle Auflagen." Er hofft allerdings gleichzeitig, dass diese Auflagen der Genehmigungsbehörde für seinen Betrieb ökonomisch erfüllbar sind. "Das ist ein Cent-Geschäft, denn jeder will billige Hühnchen." Und zum umstrittenen Antibiotika-Einsatz: "Wer viel Antibiotika einsetzt, zeigt damit, dass sein Bestand nicht gesund ist. Das ist eine Management-Frage", so Streeb. Mit der Hähnchenmast will er sich ein neues Standbein schaffen.

Nach dem Erörterungstermin will das Stalu jetzt alle Einwendungen nochmals prüfen. "Alle Meinungen, auch die der Umweltverbände, sind uns wichtig und wir gehen sachlich damit um", sagte Stalu-Leiter Meier.

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