Hähnchenmast-Gegner machen Druck

Bürgerinitiative kämpft gegen Hähnchenmastanlage: Alexander Schild, Jutta von Kuick, Harald Hagen und Astrid Pröpper. Regina Mai
Bürgerinitiative kämpft gegen Hähnchenmastanlage: Alexander Schild, Jutta von Kuick, Harald Hagen und Astrid Pröpper. Regina Mai

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20. September 2012, 09:43 Uhr

Wardow | Die Gegner einer Hähnchenmastanlage in Wardow machen Druck auf den Bürgermeister und die Gemeindevertretung, um die zwischen Kobrow und Wardow geplante Anlage (SVZ berichtete) doch noch zu verhindern. Bei einem gemeinsamen Treffen der Bürgerinitiative "Lebenswertes Wardow" und der Bund-Ortsgruppe forderten sie jetzt die Gemeindevertreter sowie Bürgermeister Günter Schink auf, einen Aufstellungsbeschluss für ein B-Plan-Verfahren für Teile des Außenbereiches der Gemeinde Wardow zu fassen. Die Gemeinde müsse von ihrem Gestaltungsrecht Gebrauch machen, so Jutta von Kuick von der Bund-Ortsgruppe. Nur mit dieser Vorgehensweise könnten sich auch die Bürger aktiv einbringen. Das sei beim derzeitigen Antrag für die Mastanlage ausgeschlossen. Die Zeit drängt. Denn schon auf der Gemeindevertretersitzung am 27. September ab 19 Uhr im Feuerwehrgerätehaus Teschow soll dass gemeindliche Einvernehmen für die Errichtung der Hähnchenmastanlage erteilt werden.

Heute Abend wollen die Wardower Gemeindevertreter in einer Extra-Sitzung mit dem Bauamt die Bauunterlagen für die Hähnchenmastanlage noch einmal genau unter die Lupe nehmen. "Dabei wird auch der Vorschlag der Hähnchenmast-Gegner, den Außenbereich der Gemeinde selbst zu beplanen, besprochen werden", kündigt Bürgermeister Schink an. Die Gemeinde stand und steht dem Vorhaben einer Hähnchenmastanlage auf ihrem Gebiet allerdings grundsätzlich positiv gegenüber. Es handelt sich nicht mehr um eine große Anlage, sondern um zwei Ställe mit je 39 000 Tieren. Zwei unterschiedliche Betreiber haben Anträge für die Erteilung des gemeindlichen Einvernehmens gestellt: die Wardower Broiler GmbH und die Kobrower Broiler GmbH.

Das ist einer der Hauptkritikpunkte der Hähnchenmast-Gegner. "Da die Antragsteller zwei unterschiedliche GmbH gegründet haben, offensichtlich um damit Grenzwerte bei der Tierhaltungsanzahl nicht zu überschreiten, ist die Öffentlichkeit ausgegrenzt. Das heißt: Wir, die unmittelbar Betroffenen, können keine Einwände erheben", beklagt Jutta von Kuick. Nur Amt und Gemeindevertretung würden so beteiligt werden, hätten aber wenig Entscheidungsspielraum. "Dieses Vorgehen ist rechtlich wohl zulässig, aber gleichzeitig zeigt es, dass ein Dialog mit den Bürgern nicht gewollt ist. In den vergangenen Monaten wurden wir hingehalten und das Genehmigungsverfahren für die Broilermastanlagen wird nun durchgezogen, ohne es im Dialog mit uns ernsthaft zu überdenken." Nur ein Aufstellungsbeschluss für ein B-Plan-Verfahren für Teile des Außenbereichs der Gemeinde Wardow könne verhindern, dass die Bürger ausgegrenzt würden. Der Investor wähle jedoch ein Verfahren, mit dem weder der Gemeinde noch den Bürgern echte Gestaltungsmöglichkeiten eingeräumt würden. "Am Ende liegt die Entscheidung bei einer staatlichen Behörde und nicht vor Ort in der Gemeinde", so Jutta von Kuick.

Morgen um 18.30 Uhr laden die Bürgerinitiative "Lebenswertes Wardow" und die Bund-Ortsgruppe zu einer erneuten Informationsveranstaltung ins Feuerwehrhaus nach Wardow ein, um ihr Vorhaben, einen B-Plan für die Außenbereiche der Gemeinde aufzustellen, vorzustellen.

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