Namensgebung : Haben nun die Qual der Wahl

1 von 6

Güstrower Stadtvertreter entscheiden morgen über Namensgebung für den Weg an Stadtmauer - Viele Vorschläge auf der Liste

svz.de von
02. Dezember 2014, 21:00 Uhr

Morgen ist es soweit: Nach langer öffentlicher Diskussion werden die Güstrower Stadtvertreter über den Namen des neuen Weges zwischen Schlossberg und Nachtigallenberg entlang der Stadtmauer entscheiden. Quer durch die Fraktionen und Ausschüsse gehen die Namensvorschläge dazu und auch die Bürger mischten tüchtig mit. Viele von ihnen kamen in unserer Zeitung zu Wort.

Wenn auch so mancher Vorschlag offenbar mit einem Augenzwinkern daherkommt: „Wutschke-Weg“ und „Wutschke-Promenade“ dürften so ein Gag sein. Auch Namen wie „Weg, den keiner braucht“, „Unnützwanderweg“ und „Weg der Geldverschwendung“ reihen sich würdig ein in die Nonsens-Vorschläge. Wenn auch ein tieferer Hintergrund dabei zu vermuten ist.

Diejenigen, die es mit dem Thema etwas ernster meinen, plädierten u. a. für „An der Stadtmauer“, „An der alten Stadtmauer“ , „Promenadenweg“, „Wallensteinweg“, Joachim-Daniel-Jauch-Weg“, „John-Brinckman-Pfad“, „Arno-Esch-Weg“, „Moorweg“, „Residenzweg“ und „Seniorenresidenzweg“.

Besonders beliebt scheint ein plattdeutscher Name für den Weg zu sein, wie auch SVZ-Leser in unserer Redaktion klar machten. Wobei der Favorit „Achtern Dom“ sein dürfte. Dafür plädierten u. a. unsere Leser Udo Papenhagen sowie Ursula und Klaus Hoffmann. Egal, an welcher Stelle des Weges man sich befinde, überall habe man einen Blick auf den Dom, sagen sie. Da biete sich „Achtern Dom“ geradezu an.

In den Ausschüssen der Stadtvertretung aber scheint als bevorzugter Name der des einstigen Sohnes der Stadt, des Schriftstellers Uwe Johnson zu sein. Fast alle Ausschüsse haben sich im Vorfeld der Stadtvertretersitzung mehrheitlich für den Namen „Uwe-Johnson-Weg“ ausgesprochen. Auch die SPD-Fraktion hat sich dazu bekannt. „Dieser Name knüpft die Beziehung zur Uwe-Johnson-Bibliothek und zur Johnson-Stele vor dem Brinckman-Gymnasium. Er würde sozusagen das Dreieck komplettieren. Und eine Anerkennung für den Schriftsteller Uwe Johnson wäre es sowieso.“

Einen „Arno-Esch-Weg“ wünscht sich dagegen die FDP-Fraktion. „Arno Esch war in der 1950er-Jahren der Landesvater der Liberalen in Mecklenburg-Vorpommern und mit seinem freiheitlichen Gedankengut der Auslöser für die damalige Flugblattaktion von Schülern des Gymnasiums. Darin hatten diese kurz vor der Kommunalwahl 1950 freie Wahlen gefordert. Dafür wurden sie verhaftet und bei einem Schauprozess im heutigen Hotel Stadt Güstrow zu fünf bis zehn Jahren Zuchthaus verurteilt. Esch wurde von den Sowjets hingerichtet“, erklärt Fraktionsvorsitzender Sascha Zimmermann.

Keine besondere Vorliebe hat bei der Namenssuche die Fraktion Die Linke. „Wir haben keinen gemeinsamen Vorschlag und ich persönlich auch nicht. Vielleicht sollte man mit der Namensgebung ja warten, bis der Volksmund für den Weg einen Namen gefunden hat“, meint Jens-Hagen Schwadt, Fraktionsvorsitzender „Die Linke“.

Gerhard Jacob, Fraktionsvorsitzender der Freien Wähler, erwartet morgen eine lange Diskussion zur Namensgebung, bei der es „ein langes und wildes Abgestimme“ geben wird. Er selbst möchte den Weg nicht nach einer Person benennen. „Dieser schöne Naturweg sollte nach seiner Lage und der Natur heißen“, sagt er. Seine Vorschläge: „Wallpromenade“ oder „An der Mauer“. Allerdings sei es auch möglich, dass der Weg überhaupt keinen Namen erhält.

Geteilt sind die Meinungen innerhalb der CDU-Fraktion. „Wir haben unterschiedliche Favoriten“, so Fraktionsvorsitzender Andreas Ohm. Während ein Teil der Fraktion für „Achtern Dom“ sei, plädieren andere für „Brinckmanweg“ oder für „Johnson-weg“, sagt er. Er selbst habe sich noch nicht festgelegt, gesteht er. „Es ist eine wichtige Entscheidung“, so Ohm.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen