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Güstrower Anzeiger

25. November 2017 | 12:44 Uhr

Güstrow : Gutes tun für Otter und Co.

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Managementplan für FFH-Gebiet Inselsee Güstrow auf der Zielgeraden – Maßnahmeplan vorgestellt.

von
erstellt am 20.Okt.2017 | 21:00 Uhr

Fischotter und Windelschnecke sehen den Inselsee ebenso als ihren Lebensraum, wie Wassersportler, Angler und weitere Erholungssuchende ihn für ihre Freizeitaktivitäten schätzen. Landwirte wirtschaften in den Uferbereichen. Einen Fischer gibt es derzeit nicht. Das aber kann sich wieder ändern. Und dann ist der Inselsee auch noch als FFH(Fauna-Flora-Habitat)-Gebiet ausgewiesen. Für den Schutz und die Erhaltung der Lebensräume und Arten im Bereich des Inselsees wird unter der Federführung des Staatlichen Amtes für Landwirtschaft und Umwelt (Stalu) ein Managementplan erarbeitet. „Wir sind mit dem Plan auf der Zielgeraden und stellen ihn deshalb der Öffentlichkeit vor“, begrüßte Peter Foth, Dezernent im Stalu, recht wenige Interessierte im Güstrower Rathaus.

„Eine gute Qualität des Sees liegt allen am Herzen“, schickte Dirk Müller vom Planungsbüro Umweltplan GmbH Stralsund voraus. In den Monaten der Bestandsaufnahme und der Erarbeitung eines Maßnahmenplanes zum Schutz und Erhalt der Lebensräume und Arten, habe er dies immer wieder erfahren. Der Inselsee – 505 Hektar groß – ist in einem günstigen Erhaltungszustand. Der Fachmann spricht von einem mesotrophen kalkhaltigen Gewässer. Das ist übrigens noch nicht allzu lange so. Zuvor war der See eutroph, also allzu sehr mit Nährstoffen belastet. Auch jetzt noch befinde sich der See im Grenzbereich, betont Müller. Das Gewässer zeichne auch eine zum großen Teil naturnahe Uferzone aus.

Um den See im günstigen Zustand zu halten und diesen möglichst noch zu verbessern seien dauerhaft möglichst hohe Wasserstände anzustreben, Krautungen und Baggerungen sollten nur in beschränktem Maßen stattfinden, nicht zu viele Karpfen im See schwimmen und Restriktionen des Bootsverkehrs beibehalten werden, zählt der Planer die Schwerpunkte des Maßnahmenplanes als Teil des Managementplanes für das Fauna-Flora-Habitat-Gebiet „Inselsee Güstrow“ auf. Um naturnahe Uferzonen erhalten zu können sollte auf eine touristische Nutzung und auf Baumaßnahmen in dem Bereich verzichtet und sollten die Besucher an die großen Badestellen gelenkt werden. Um Einträge aus der landwirtschaftlichen Nutzung zu verringern, sei über einen Pufferstreifen am See oder eine extensive Ackernutzung nachzudenken, regte Müller an. Problematisch seien in dieser Hinsicht Bereiche bei Bölkow und Mühl Rosin.

Um für Fischotter, Windelschnecke und anderes Getier Lebensraum zu erhalten, seien ebenfalls ein hoher Wasserstand und möglichst wenige Störungen wünschenswert, hob Müller hervor. Sollte wieder ein Fischer den See bewirtschaften, sei bei einer Reusenfischerei der Schutz des Fischotters zu beachten, was unter den Experten in Sachen Fischerei am Donnerstagabend zu Diskussionen führte. Infrage stand u.a. die Größe des Otterbestandes im See. Konkrete Bestandszahlen liegen nicht vor. Solche zu erfassen, sei nicht Aufgabe der Managementplanung für FFH-Gebiete, erklärte Karin Schmidt vom Stalu.

Dezernent Foth hob abschließend einen „konsensorientierte Erarbeitung des Managementplanes“ hervor. Mit den Anregungen vom Donnerstagabend werde das Papier nun noch einmal geprüft und gegebenenfalls überarbeitet. „Mit der Bestätigung durch das Ministerium – nach Prüfung – ist es dann unser Plan“, kündigt Foth an.

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