Kraniche : Guter Start für Kraniche

Bei Klein Upahl wurde diese Kranichfamilie beobachtet. Fotos: Beate Meder-Trost
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Bei Klein Upahl wurde diese Kranichfamilie beobachtet. Fotos: Beate Meder-Trost

Der Kreiskoordinator für den Kranichschutz legt seinen Bericht 2015 vor – 271 Brutplätze sind in der Region Güstrow bekannt.

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31. März 2016, 05:00 Uhr

Viele Kraniche haben ihre Brutplätze besetzt und auch bereits mit der Brut begonnen. Zweimal schon war Guntram Trost, Mitglied der Nabu-Ortsgruppe und Kreiskoordinator Güstrow in der Landesarbeitsgemeinschaft Kranichschutz in MV, unterwegs und inspizierte 18 Brutplätze. In zwölf Fällen lagen bereits Eier im Nest. Alle Voraussetzungen für ein gutes Jahr für die Vögel des Glücks seien gegeben. „Entscheidend sind die Wasserstände in den Revieren. Die Kraniche haben gern 40 Zentimeter Wasser“, erklärt der Kreiskoordinator. Das sei in diesem Jahr gegeben. Trost hofft auf viel Nachwuchs, bleibt dabei aber bescheiden, weiß man doch, dass nur etwa 15 Prozent der Paare erfolgreich sind.


Kurios: Gänseei im Nest der Kraniche


„Den Nachwuchs zu zählen, das bekommen wir nicht mehr hin“, stellt der Kreiskoodinator, der für eine gut 1000 Quadratkilometer große Fläche des ursprünglichen Kreises Güstrow (bis 1994) zuständig ist, fest. Die Population der großen Vögel sei in den 1990er- und Anfang der 2000er-Jahre stark angewachsen. Mit nur sechs weiteren Helfern, die ihn unterstützen, sei es unmöglich, alle Brutplätze zu kontrollieren. So informiert Trost, der jetzt die Kranich-Bilanz 2015 vorlegte, über 271 bekannte Brutplätze. 53 neue Brutplätze habe man im vergangenen Jahr aufnehmen können. „Das müssen keine Neuansiedlungen sein. Darunter sind sicher viele Plätze, die wir bisher nur noch nicht entdeckt hatten“, erklärt der Kranich-Experte. Für 42 Plätze konnte ein Brutnachweis erbracht werden. In 86 Fällen gebe es zumindest Hinweise darauf. Dabei kann Trost über zwei Besonderheiten berichten. Bei Oldenstorf brütete ein Paar auf einer Halbinsel im alten Torfstich, ein Anglerteich. Die Kraniche hatten auf dem Land gebrütet. Normalerweise bauen sie ihre Nester auf Wasserpflanzen oder unmittelbar an im Wasser stehenden Erlen. Als Schutz sollen die Nester direkt von Wasser umgeben sein. Die Kraniche in Oldenstorf machten eine Ausnahme. In einem Nest bei Lübsee fand sich neben zwei Kranicheiern ein Gänseei. Das komme immer mal wieder vor, berichtet der Kranich-Experte und erklärt dazu: „Früher hatte man angenommen, dass die Gänse ihre Eier in fremde Nester legen. Inzwischen weiß man es besser, war doch beobachtet worden, dass ein Kranich aus einem benachbarten Nest ein Ei stahl und mit dem Schnabel ins eigene Nest trug.“ Allerdings wisse man noch nicht, was aus einem Gänseei im Kranichnest wird. Trost hat sich nun eine Fotofalle gekauft und will das bei nächster Gelegenheit beobachten.

In 245 Fällen identifizierten Mitglieder der Fachgruppe im vergangenen Jahr beringte Tiere. Dabei handelte es sich um hier brütende Kraniche, die man mehrmals antraf, aber auch um Durchzügler aus Schweden, Finnland und Estland.

Neben der Brut im Frühjahr ist für die Kranichliebhaber der Herbst interessant. In der Region gibt es sechs Schlafplätze – die Kraniche stehen gern vor Raubtieren geschützt im seichten Wasser. Die übernachtenden Kraniche werden an diesen Stellen zur gleichen Zeit gezählt. So erhalte man einen Überblick über den Bestand, berichtet Trost. Am 10. September 2015 zählte man 1800 Kraniche. „Das waren einheimische Paare, Nichtbrüter und auch Zugvögel aus dem Norden“ betont der Kranich-Experte. Weitere Zählungen waren geringer ausgefallen. Wer bei der Erfassung der Kraniche mithelfen möchte, kann sich an Guntram Trost wenden: E-Mail: kranich-guestrow@web.de, Telefon: 0162/9875696.

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