Berufliche Schule des Landkreises Güstrow-Bockhorst : Guter Ruf über die Landesgrenze hinaus

<fettakgl>Familie Schulze aus Schauen </fettakgl>im Harz (Tochter Sophie, Mutter Susann, Sohn Jonas und Vater Norbert/v.l.) wurde von Lehrerin Andrea Lüdemann über die Ausbildung zum Landwirt mit Fachhochschulreife informiert.<fotos>Hans-Jürgen Kowalzik</fotos>
Familie Schulze aus Schauen im Harz (Tochter Sophie, Mutter Susann, Sohn Jonas und Vater Norbert/v.l.) wurde von Lehrerin Andrea Lüdemann über die Ausbildung zum Landwirt mit Fachhochschulreife informiert.Hans-Jürgen Kowalzik

Die Berufliche Schule informiert beim Tag der offenen Tür u.a über die Vollzeitausbildung in einem der modernsten Berufschulzentren des Landes. Dies weckt auch Interesse über die Landesgrenzen hinaus.

svz.de von
28. Januar 2013, 12:19 Uhr

Güstrow | Großes Gedränge gab es am Sonnabend in der Beruflichen Schule des Landkreises Güstrow-Bockhorst beim Tag der offenen Tür. Die Schule informierte über die Vollzeitausbildung in einem der modernsten Berufschulzentren des Landes. Sieben Klassen werden im neuen Schuljahr mit je ca. 25 Schülern in den Bereichen Fachschule, Fachoberschule, Erzieher, Heilerzieher, Sozialassistent und Landwirt mit der Ausbildung auf dem Campus beginnen. "Die sehr gute Besucherresonanz zeigt uns, dass die Jugendlichen Interesse haben, das zu nutzen und zu suchen, wo sie die beste Ausbildung erhalten", sagte eine zufriedene Schulleiterin Regina Hemesath. " Deshalb hält sie auch nichts von der fast ewigen Schelte, wie schlecht Lehrlinge heutzutage seien. Sie sagt dazu: "Die Kunst eines Berufsschullehrers besteht darin, nicht zu jammern, dass die Schüler immer schlechter werden." Sondern man müsse sie dort "abholen", wo sie seien, und sie so ausbilden, dass sie letztlich gute Chancen auf dem Arbeitsmarkt haben, so die Schulleiterin. "Dabei helfen wir ihnen zusammen mit den Betrieben sehr gern", betonte sie weiter.

Dabei gibt es inzwischen einen Aha-Effekt bei Betrieben, wenn sie das Zentrum mit seinen modernen Laboren und Unterrichtsräumen besichtigen. Hemesath: "Sie sind begeistert von dem, was sie bei uns sehen. So hat die Liebherr-Akademie z.B. signalisiert, ein gemeinsames Projekt mit unserer Berufsschule zu verwirklichen."

Inzwischen hat sich die Güstrower Berufsschule sogar bei einer Ausbildung einen Namen über Bundesländergrenzen sowieso, aber auch über deutsche Grenzen hinaus gemacht: mit der Ausbildung von Landwirten mit Fachhochschulreife. Die startete als Pilotprojekt und hat sich mittlerweile etabliert. Regina Hemesath: "Die Ausbildung, bei der wir mit der Hochschule Neubrandenburg kooperieren, wird stark nachgefragt. Besonders sind aber auch Landwirte an ihr interessiert, weil sich dadurch guter Nachwuchs in der Landwirtschaft etablieren kann."

Über Landesgrenze bekannt: der Landwirt mit Fachhochschulreife

An dieser Ausbildung war am Sonnabend die Familie Schulze aus Schauen im Harz sehr interessiert. Sohn Jonas, gegenwärtig in der 9. Klasse, schaute sich mit seinen Eltern das Ausbildungsprofil an. Vater Norbert Schulze: "Wir wurden im Herbst des vergangenen Jahres auf der ,Euro Tier’ auf diesen Abschluss aufmerksam. Ehemalige Güstrower Schüler machten sie uns schmackhaft. Danach erkundigten wir uns bei der Schulleitung und erfuhren von dem Tag der offenen Tür und fanden Sonnabend alles bestätigt." Dass die Schulzes den Weg über die "Euro Tier", eine weltweit anerkannte Fachausstellung der Deutschen Landwirtschaftsgesellschaft für Tierproduktion und Management, die jährlich in Hannover stattfindet, nach Güstrow fanden, hat auch seinen guten Grund. Regina Hemesath: "Wir nutzen viele Möglichkeiten, um für unsere Berufsschule zu werben." Lehrerin Andrea Lüdemann erklärte der Familie Schulze auch die Vorteile der Landwirt-Ausbildung in Güstrow. Sie liegen u.a. darin, dass die Fachhochschulreife nach drei Jahren erreicht wird und dadurch ein Jahr Ausbildung einspart werden kann. Andrea Lüdemann: "Außerdem haben die Jugendlichen mit dieser Ausbildung an der Fachhochschule den Zugang zum Bachlorstudium und können danach noch ihren Master machen." Mit diesen Informationen versorgt fuhr die Familie Schulze sehr zufrieden zurück vom Campus Bockhorst in den Harz.

Über 1900 Schüler und Azubis auf dem modernen Campus

Auf dem Campus sind die Fachschule für Agrarwirtschaft und die Berufliche Schule ansässig. Beide Einrichtungen arbeiten eng zusammen. In dem Zentrum erhalten 452 Schüler eine Vollzeitausbildung sowie 1480 Berufsschüler in der dualen Ausbildung über Betriebe ihre berufliche Qualifikation. 73 fest angestellte Lehrer und vier abgeordnete Pädagogen kümmern sich um sie. Ausgebildet wird in 26 Richtungen. Den Hauptanteil in der dualen Ausbildung nehmen die Mechatroniker ein. 738 Jugendliche haben sich in Bockhorst für diese zukunftsträchtige Ausbildung entschieden. Den Schülern und Lehrlingen stehen sechs Häuser zur Verfügung, mit modernsten Unterrichtskabinetten. Dazu kommt ein Internat. Als letzter Bauabschnitt wird das Haus 4 saniert. Dort werden Ende 2013, Anfang 2014 beide Schulverwaltungen einziehen. Auch das Archiv wird dort untergebracht. Mit dem Haus 4 ist dann der gesamte Campus fertig gestellt. Seit 2000 geht es um den Ausbau des Standortes. In das Berufsschulzentrum wurden vom Land und Landkreis über zehn Millionen Euro investiert.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen