Hoppenrade : Gute und schlechte Nachricht

Rechts der Straße von Hoppenrade nach Schwiggerow ist der Bau von drei Windrädern beantragt. Wer der oder die Investoren sind, ist nicht bekannt.
Rechts der Straße von Hoppenrade nach Schwiggerow ist der Bau von drei Windrädern beantragt. Wer der oder die Investoren sind, ist nicht bekannt.

Statt in einem „Eignungsgebiet“ könnten sich bei Schwiggerow Windräder per „Zielabweichungsverfahren“ drehen.

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24. November 2017, 05:00 Uhr

Was tut sich eigentlich in Sachen Windkraftausbau? Still ruht das Windrad, so scheint es aber nur. Der Planungsverband Mittleres Mecklenburg, der über die Neufestlegung der sogenannten Windeignungsgebiete entscheiden muss, tagt am 20. Dezember. Zwar ist die Tagesordnung noch nicht beschlossen, doch angekündigt als Zeitpunkt für die Ausweisung der neuen Flächen war das Ende dieses Jahres.

In der Region Güstrow war zuletzt noch das Gebiet links und rechts der Kreisstraße 24 zwischen Hoppenrade und dem Ortsteil Schwiggerow strittig. Ulf Markgraf, der sich für die Gemeindevertretung über den Fortgang des Entscheidungsprozesses auf dem Laufenden hält, berichtete dem Gremium am Mittwochabend über den Stand der Dinge. Er hatte eine relativ gute Nachricht und eine relativ schlechte aus Sicht der Hoppenradener, die sich als Gemeinde kategorisch gegen Windräder in besagtem Gebiet aussprechen.

„Sicher ist nichts, aber die Einwände der Gemeinde gegen ein Eignungsgebiet könnten Erfolg haben“, umschreibt Markgraf seinen Optimismus. Da speziell das Gebiet nördlich der Straße von Biotopen begrenzt ist, in denen unter anderem Milane ihr Brut- und Flugrevier haben, sei hier die Errichtung von Windrädern „nach menschlichem Ermessen kaum möglich“, habe er in Erfahrung gebracht, so Markgraf. Gute Chancen also, dass sich Hoppenrade in den künftigen Planungsunterlagen nicht als Windeignungsgebiet wiederfindet.

Doch auch wenn die Flächen als Ganzes nicht als Eignungsgebiet infrage käme, hätte die Errichtung einzelner Windräder südlich der Straße im Zuge eines so genannten Zielabweichungsverfahrens offenbar sehr wohl gute Aussichten auf Genehmigung. Bei solchen Vorhaben, etwa als Einzelrad zur Selbstversorgung des Kuhstalles (als Beispiel) oder zu Forschungs- und Entwicklungszwecken (etwa ein Prototyp) müsse nur das Staatliche Amt für Landwirtschaft und Umwelt (Stalu) die Genehmigung erteilen und nicht der Planungsverband. Und Behörden täten sich in der Regel mit solchen Genehmigungen leichter als der Planungsverband, in dem die Gemeinden vertreten sind.

Ein solches Zielabweichungsverfahren sei ein von der Frage der Eignungsgebiete völlig unabhängiges betont Ulf Markgraf. Und die schlechte Nachricht: Er habe in Erfahrung bringen können, dass ein Bauantrag für drei solcher Windräder südlich der Straße beim Stalu bereits vorliege. Markgraf: „Das Risiko für die Gemeinde, dass der Bauantrag positiv beschieden wird, ist hoch.“

Markgrafs Schlussfolgerung: Trotz aller Verzögerungen und guter Aussicht, dass für Hoppenrade vielleicht kein Eignungsgebiet festgelegt wird, könnten dennoch schon bald drei 3,5-MW-Anlagen mit über 200 Metern Gesamthöhe zwischen Hoppenrade und Schwiggerow stehen. Rechtlich dagegen vorgehen könne man jedoch erst, wenn die Baugenehmigung erteilt ist. Zu beachten sei, dass zwar die Gemeinde erneut eine Stellungnahme abgeben darf, jedoch Anlieger nicht gefragt sein werden. Gestern Abend wollten deshalb interessierte Einwohner darüber beraten, wie man bereits im Vorfeld einer möglichen Baugenehmigung „politischen Druck aufbauen“ könne.

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