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Da Cunha (SPD) geht ins Rennen um Kreisspitze : Güstrows Ex-Landrat wirft Hut in Ring

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Paukenschlag gestern in Güstrow: Güstrows Ex-Landrat Lutz da Cunha will für den Posten des Landrats kandidieren. Er wird gegen Sebastian Constien auf SPD-Mitgliederversammlung am 25. Mai antreten.

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erstellt am 28.Apr.2013 | 07:07 Uhr

Güstrow | Paukenschlag gestern in Güstrow: Güstrows Ex-Landrat Lutz da Cunha (SPD) bestätigte gegenüber unserer Zeitung, dass er für den Posten des Landrats kandidieren will. "Ja, ich werde am 25. Mai auf der Mitgliederversammlung gegen Sebastian Constien antreten, um als Landratskandidat der SPD nominiert zu werden", erklärte er. Er habe sich nach "reiflicher Überlegung" und nach "zahlreichen Ermunterungen bzw. Aufforderungen" aus seinem Umfeld zu dem Schritt entschlossen. Güstrows Ex-Landrat hat eine gehörige Portion Selbstbewusstsein im Rennen um die Kreisspitze: "Die anderen Parteien werden ernst zu nehmende Kandidaten aufbieten, die erst einmal geschlagen werden müssen. Im Altkreis Güstrow verfüge ich über einen hohen Bekanntheitsgrad und habe schon zwei Direktwahlen gewonnen."

Was da Cunha gestern auf Nachfrage bestätigte, lässt allerdings stark vermuten, dass es in der SPD grummelt und die Bekanntgabe der Erstkandidatur von Bützows Bürgermeister Constien durch den Kreisvorstand keineswegs so glatt gebügelt ist, wie es nach den ersten Informationen den Anschein hatte. Vor allem kommt Gegenwind von der Basis. In dem Fall aus dem Güstrower Ortsverein, in dem da Cunha Mitglied ist. Güstrows Ex-Bürgermeister Hans-Erich Höpner gehört zum Beispiel zu denjenigen, die bei der bisheringen Nominierung in den Reihen der Genossen Transparenz vermissen. "Wir wollen auch gefragt werden und haben unsere Vorstellungen zu Kandidaten. Lutz da Cunha als ehemaliger Landrat des Landkreises Güstrow gehört dazu", sagte er unserer Zeitung. Das sollen auch andere Mitglieder wohlwollend so sehen, nachdem da Cunha auf der Ortsvereinssitzung am 3. April erklärte, dass er sich bewerben wolle.

Da gab es allerdings laut Informationen unserer Zeitung in der Chronologie der Ereignisse schon diese Faktenlage: Am 11. März soll die SPD-Kreisvorsitzende, Stefanie Drese, bekanntgegeben haben, dass der aus vier Personen bestehende geschäftsführende Kreisvorstand als Gremium zur Kandidatenfindung fungieren soll. Am 17. März, das bestätigt Lutz da Cunha auf Nachfrage, richtete da Cunha ein Schreiben als Interessenbekundung zur Kandidatur für das Landratsamt an den Vorstand. Dann gab es die erwähnte Ortsvereinssitzung. Am 8. April fand eine Kreisvorstandssitzung statt. Auf der gab Drese bekannt, dass Sebastian Constien als Landratskandidat der SPD benannt werden soll. Darüber berichtete unsere Zeitung. Da Cunhas Interesse an einer Kandidatur soll nicht erwähnt worden sein. Und eine Antwort auf sein Schreiben, sagt Lutz da Cunha, habe er bis heute noch nicht bekommen.

Aus da Cunhas Reaktion spricht Enttäuschung, wie mit seiner Offerte umgegangen wurde und wie die Kandidatensuche in der Partei erfolgt. Dabei betont er allerdings, dass sein Auftritt nicht gegen Sebastian Constien gerichtet ist. Eine demokratische Partei wie die SPD könne mehrere Kandidaten aushalten, so da Cunha. Lutz da Cunha war von 1994 bis 2011 Güstrower Landrat. Zur Kreisgebietsreform verzichtete er zu Gunsten von Thomas Leuchert auf eine Kampfkandidatur. Heute sagt er dazu, dass er "ungeschlagen" aus dem Ring, in den er jetzt seinen Hut geworfen hat, ging.

Damit dreht sich das Nominierungskarussell nach dem Tod von Landrat Thomas Leuchert (SPD) weiter und nimmt immer mehr Fahrt auf. War Sebastian Constien bis Dienstag der einzige Name, der offiziell bekannt war, ist seit Dienstag Katy Hoffmeister aus Bad Doberan die CDU-Kandidatin. Von den Linken, FDP und Bündnis 90/Grüne gibt es dagegen immer noch keine Vorschläge.

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