Tierschutzverein : Güstrower Tierschützer brauchen dringend Hilfe

Mehr als 130  000 Katzen werden bundesweit in den mehr als 500 dem Deutschen Tierschutzbund angeschlossenen Tierheimen aufgenommen. Durch flächendeckende Kastrationen soll die Zahl von bundesweit zwei Millionen wild lebenden Tieren eingedämmt werden.
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Mehr als 130 000 Katzen werden bundesweit in den mehr als 500 dem Deutschen Tierschutzbund angeschlossenen Tierheimen aufgenommen. Durch flächendeckende Kastrationen soll die Zahl von bundesweit zwei Millionen wild lebenden Tieren eingedämmt werden.

Verein kann Aufgaben allein aus Beiträgen und Spenden nicht mehr finanzieren

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04. November 2014, 23:30 Uhr

Der Tierschutzverein Güstrow und Umgebung braucht Hilfe. „Wir leben allein von den Mitgliedsbeiträgen und von privaten Spenden“, betont Carmen Lahl und beziffert Ausgaben von 4400 Euro für die Kastration von Katzen sowie Tierarztkosten von 10 753 Euro im Jahr 2013. Auch in diesem Jahr werden ähnliche Summen zusammenkommen, sagte die Vereinsvorsitzende. Mit einem Hilferuf wendet sich der Verein an den Güstrower Stadtpräsidenten.

In letzter Zeit, so berichtet Carmen Lahl, seien die Hilferufe des Vereins bei der Stadt Güstrow stets verhallt. „Eigentlich hatten wir schon aufgegeben“, gesteht sie. Aber private Spender und Helfer hätten darauf gedrängt es noch einmal zu versuchen. Eigentlich hatte man auch gedacht, dass sich die Situation mit Katzen, die in Güstrow frei und wild leben, entspannen würde. Ein Irrtum. Die Vereinsvorsitzende verweist auf rund 150 Katzen, um die sich der Verein mit seinem Ableger in Sternberg kümmert. Sie benennt Gartenanlagen, Kino, Finanzamt, Wachsbleichenstraße und Bauhof als Orte, wo sich in Güstrow freilaufende Katzen konzentrieren. „Wir sind bereit zu helfen, stoßen aber an unsere Grenzen“, erklärte Carmen Lahl am Montagabend auf der Sitzung des Stadtentwicklungsausschusses. Und sie berichtete vom Beispiel Sternberg. Der Verein erhalte dort finanzielle Unterstützung für die Kastration von Katzen.


Zuschuss für Kastration von Katzen


Margrit Kuhlmann vom Landesverband machte darauf aufmerksam, dass für den Fall, dass eine Kommune 2000 Euro für die Kastration von Katzen gibt, der Deutsche Tierschutzbund die gleiche Summe dazu legt. Auf Anfrage erklärte sie zu einer neuen Kastrationsverordnung, die in MV kommen soll, dass danach Katzenbesitzer verpflichtet werden, ihre Tiere kastrieren zu lassen. Theoretisch müsste sich das Problem damit lösen. Wie aber soll die Durchsetzung 100-prozentig kontrolliert werden? „Es wird immer Katzen mit Nachwuchs geben“, denkt Carmen Lahl. Und immer werden kleine Kätzchen den Tierschützern vor die Tür gestellt, weil sich ihre Besitzer überfordert fühlen. Das geschehe auch jetzt, obwohl der Verein für Fundtiere nicht „verantwortlich“ sei. Die Stadt Güstrow hat einen Vertrag mit dem Tierheim in Laage, wo Fundtiere untergebracht werden. Darüber sei man als Tierschutzverein sehr froh, aber der Begriff „Fundtier“ lasse Interpretationsmöglichkeiten zu, so dass Katzen dann doch beim Verein landen würden.

Der Verein hat an der Langen Stege seit Jahren ein Objekt. Nach Querelen, die aus der Sicht der Vereinsvorsitzenden mit der Erledigung einiger Formalitäten zum Jahresende geklärt sein müssten, werde der Verein Besitzer des Grundstückes. „Wir brauchen dringend eine Quarantänestation“, betont Carmen Lahl. Neu bauen wolle man nicht, es gebe aber ein Gebäude, das geeignet wäre. Auch das würde wieder Geld kosten.

Ausschussmitglied Uwe Heinze (SPD) stellte zusammenfassend fest, dass Fundtiere eine Pflichtaufgabe der Kommune sind, alles andere eine freiwillige Leistung. „Für eine Lösung auf Dauer braucht es ein Konzept“, betonte Heinze. Sternberg könne das Beispiel sein. Das dortige Konzept wolle man sich ansehen, versprach Ausschussvorsitzender Sebastian Berg (CDU).

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