Güstrower Stadtverwaltung spart am Personal

Im Güstrower Rathaus wird am Personal gespart.archiv
Im Güstrower Rathaus wird am Personal gespart.archiv

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23. Mai 2012, 07:49 Uhr

Güstrow | Die Stadtverwaltung Güstrow spart im neuen Stellenplan für 2012 am Personal, obwohl die Aufgaben nicht weniger werden. Haushaltskonsolidierung und Personalentwicklungskonzept zwingen sie dazu. "Das Sparen am Personal hat aber kein Sinken der Kosten zur Folge", erklärte Bürgermeister Arne Schuldt am Montagabend auf der Sondersitzung der Stadtvertretung zum Haushaltsentwurf, der den Stellenplan enthält. Damit ist für ihn eine Hoffnung nach der Kreisstrukturreform, in einer Verwaltung wie in Güstrow "eine intelligentere Arbeitsteilung" zu erreichen, geplatzt. Statt die Personalkosten bei 8,5 bis neun Millionen Euro einfrieren zu lassen, würde im Haushalt 2012 die Zehn-Millionen-Euro-Grenze überschritten, so Schuldt. Dazu hätten vor allem die höheren Tarifabschlüsse beigetragen.

Weniger Leiter - Mitarbeiterebene stärken

Schuldt erläuterte vor den Stadtvertretern den Kern des Stellenplans. Demnach hat die Verwaltung 191 Vollzeit-Arbeitsstellen, aber 202 Beschäftigte. Darunter sind 32 Beamte im aktiven Dienst. Drei Beschäftigte arbeiten noch für die Arge Jobcenter. 17 Mitarbeiter, erklärte Schuldt, hätten den "kw-Zusatz" - künftig wegfallend, weil sie in Altersteilzeit sind. Für den Bürgermeister bedeutet das in der Praxis, dass Stellenabbau Wegfall von Aufgaben, aber auch das Umorganisieren von Arbeit bedeutet. Die Verwaltung hat darauf reagiert. "Im Kern schlägt die Verwaltung eine Reduzierung der Leitung und eine Stärkung der Mitarbeiterebene vor", so Schuldt. Das Straffen des Leitungsbereiches soll durch das Zusammenlegen von vier zu zwei Abteilungen erfolgen. Marketing, Wirtschaft und Tourismus sowie Kultur werden zur Abteilung Marketing, Kultur, Tourismus. Im Schulverwaltungs- und Sozialamt werden Soziales und Wohngeld zusammengefasst.

Im Stadtbauhof, in der Bibliothek sowie in den Kitas und Horten sollen und sind Einstellungen erfolgt. Im Stadtbauhof geht es um vier Mitarbeiter, in der Bibliothek um zwei Bibliothekare und in den Kindereinrichtungen wegen der gestiegenen Zahl von Kindern um sieben Erzieherinnen. Das Problem dabei war, qualifiziertes Personal zu bekommen.

Neu strukturiert werden soll der Posten der Gleichstellungsbeauftragten, als halbe Stelle, dem Bürgermeister zugeordnet. Die Behindertenbeauftragte rückt in den Bereich Soziales.

Personalrat: über neue Stellen eher entscheiden

Gunter Brüß, Vorsitzender des Personalrates, sagt zu dem Stellenplan: "Nicht zu allen Stellen mit Altersteilzeitregelungen gibt es bisher eine Entscheidung, ob diese künftig wegfallen oder wiederbesetzt werden sollen. Eine frühzeitige Entscheidung, um nachfolgende Mitarbeiter einarbeiten zu können, hält der Personalrat aber für bedeutend." Zum Thema höhere Personalkosten - immer wieder vordergründig diskutiert -, Leistungsfähigkeit der Verwaltung und der nachgeordneten Einrichtungen, Arbeitsaufwand und dem benötigten Personal betont Brüß: "Niemandem ist geholfen, wenn Mitarbeiter aufgrund des hohen Leistungs- und Arbeitsdrucks langfristig erkranken. Auch lassen sich nicht alle Stellen ersatzweise durch vorhandenes Personal auffangen, wenn das schon ausgelastet ist." Grundsätzlich begrüßt werden zwei Ausbildungsplätze, damit die Verwaltung durch eigenen fachlichen Nachwuchs weiter "verjüngt" werden könne, so Brüß. Der Personalrat wurde über den Stellenplan informiert. Es seien Hinweise gegeben worden, da die Organisation und die Erfüllung aller Aufgaben der Verwaltung dem Bürgermeister obliege, erklärte Brüß.

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