Schützenzunft Güstrow 1441 : Güstrower Schützenzunft jongliert mit knappem Geld

Eckhard Kusber ist seit einem Jahr Vorsitzender der Schützenzunft Güstrow 1441. Der Verein hat am Sonnenplatz ein 23 000 Quadratmeter großes Gelände zu bewirtschaften.
Eckhard Kusber ist seit einem Jahr Vorsitzender der Schützenzunft Güstrow 1441. Der Verein hat am Sonnenplatz ein 23 000 Quadratmeter großes Gelände zu bewirtschaften.

Finanzlage angespannt: Ältester Schützenverein der Stadt kämpft um dringend benötigte Anschaffungen.

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12. Januar 2018, 05:00 Uhr

Die Heizungsanlage hat es hinter sich, der Rasentraktor auch und für die sechs Jugendlichen im Verein gibt es nur zwei Luftgewehre. Eckhard Kusber grübelt, wie diese hohen Kosten, die in diesem Jahr auf die Schützenzunft Güstrow 1441 zukommen, bewältigt werden können. „1500 Euro für ein Luftgewehr, 3000 Euro für den Rasentraktor und mindestens 6000 Euro für eine neue Heizungsanlage“, rechnet der 65-Jährige vor, der seit einem Jahr Vorsitzender des ältesten Güstrower Schützenvereins ist. „Natürlich bekommen wir Unterstützung vom Landkreis und der Stadt, aber davon kann ich mir kein Luftgewehr kaufen“, sagt Kusber.

Durch Überalterung schrumpft Vermögen

Die Finanzlage bei der Güstrower Schützenzunft ist angespannt. Haupteinnahmequelle sind die Beiträge der 48 Mitglieder. „Aber Rentner bezahlen bei uns weniger“, sagt Kusber. Und davon hat die Zunft viele. „Durch die Überalterung schrumpft unser Vermögen. Wir jonglieren mit den vorhandenen Mitteln.“ Dennoch gibt es Anschaffungen, um die die Schützen nicht herumkommen. Das Luftgewehr sei wichtig für die Jugendarbeit und ohne Rasentraktor gehe es nicht, erklärt der Vorsitzende. „Unser alter Traktor hat im November den Geist aufgegeben. Die letzten Meter musste ich ihn schieben“, sagt Kusber.

Das Gelände der Schützenzunft am Sonnenplatz ist riesig: 23 000 Quadratmeter. Da gibt es viel zu mähen. Von dieser von der Stadt Güstrow gepachteten Fläche nutzen die Schützen aber nur 5000 bis 6000 Quadratmeter. „Das ist ein großes Problem unseres Vereins. Die Unterhaltung dieser Liegenschaft kostet Geld“, schildert Kusber. Für den neuen Rasentraktor sind bereits Fördergelder beantragt. „Ob wir die bekommen, wissen wir aber nicht.“ Die Anschaffung „fresse ein großes Loch in den Etat des Vereins“. Zudem muss die Zunft vier alte, kranke Bäume auf dem Vereinsgelände fällen. „Wegen der Verkehrssicherungspflicht“, sagt Kusber. Die Genehmigung liege bereits vor. „Dafür müssen wir aber auch neue Bäume kaufen und anpflanzen.“ Alles Geld, dass der Verein eigentlich nicht hat.

Ganz schlimm kommt es, wenn jetzt auch noch die veraltete Heizungsanlage ausfallen sollte. „Eine dringend notwendige Erneuerung schieben wir seit Jahren vor uns her“, gibt Kusber zu. „Wir kaufen uns lieber Dinge für unserer Sportbereich, um unser eigentliches Vereinsziel voranzubringen: das Sportschießen“, unterstreicht er. Für die Vereinstätigkeit ist auf dem Gelände am Sonnenplatz alles vorhanden: ein Vereinshaus mit einer Luftgewehr-Schießbahn, ein Schießstand mit Bahnen für Kurz- und Langwaffen, ein kleiner Bungalow, der vor allem bei Schützenfesten zum Einsatz kommt, sowie ein Sanitärcontainer. „Gute Voraussetzungen“, sagt Kusber.

Gute Nachwuchsarbeit, aber kaum Nachwuchs

Da sei es schade, dass sich kaum Jugendliche für die Schützenzunft interessieren würden. Sechs hat der Verein aktuell, alles Jungs. „Unser letztes Mädchen hat sich vor kurzem verabschiedet“, bedauert Kusber. Zulauf würde eventuell das Bogenschießen bringen, denkt er. „Aber ich habe niemanden, der die Jugendlichen darin unterrichten kann.“ Dennoch wird viel für den Nachwuchs auf die Beine gestellt. Jeden Freitag treffen sich die Jugendlichen im Schützenhaus zum Training. „Wir fahren oft zu Wettkämpfen mit anderen Vereinen und nehmen regelmäßig am Jugendpokalschießen teil“, sagt der Schützenbruder, der sich seit 20 Jahren in der Schützenzunft Güstrow engagiert.

Demnächst steht die Jahreshauptversammlung an: am 17. Februar ab 10 Uhr im Güstrower Vereinshaus. Der Höhepunkt wartet dann im August auf die Schützenzunft. Vom 17. bis 19. August wird zum Schützenfest eingeladen. Am 4. August findet bereits das Königsschießen am Güstrower Sonnenplatz statt. Aktueller Schützenkönig ist Horst Rußbüldt.

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