zur Navigation springen

70 Jahre Kriegsende : Güstrower Schüler gestalten Gedenken zur KZ-Befreiung

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Freie Schule Güstrow sorgt für musikalische Umrahmung und führt Zeitzeugen-Interviews in Wöbbelin

Schüler der Freien Schule Güstrow haben am Wochenende die Gedenkveranstaltung zur Befreiung des Konzentrationslagers Wöbbelin vor 70 Jahren gestaltet. Sie sorgten nicht nur für das musikalische Begleitprogramm in Wöbbelin, sondern interviewten auch Zeitzeugen.

Zur Vorbereitung hatten die Schüler seit März sehr intensiv mit der Musiklehrerin Mandy Bruhn geprobt. Politiklehrerin Hanka Gatter sorgte für eine umfassende historische Vorbereitung sowie das Erarbeiten der Zeitzeugen-Interviews. „Wir hatten die Gelegenheit mit Janusz Kahl ein einstündiges Zeitzeugen-Interview zu führen“, sagt Hanka Gatter. Kahl ist Überlebender des KZ Wöbbelin und war als Ehrengast geladen. Er wurde 1927 in Warschau geboren und während des Warschauer Aufstandes 1944 von der SS verhaftet. Über das Durchgangslager Pruszkow kam er nach Sachsenhausen und kurz darauf ins Außenlager Alt Garge, mit dem Schiff wurde er im Februar 1945 in das KZ Neuengamme transportiert und kam am 23. März ins Lager Wöbbelin. „Er beantwortete bereitwillig alle Fragen zu seiner Kindheit, sprach darüber, wie das Leben im besetzten Polen war, berichtete von seiner Verhaftung und Deportation und schilderte das Leben im KZ“, so Hanka Gatter.
„Die Schüler waren von dieser persönlichen Bewegung sehr bewegt.“

Weitere Begegnungen mit Zeitzeugen fanden im Anschluss an die Gedenkveranstaltung am Ehrenfriedhof der KZ Gedenkstätte Wöbbelin statt. Zuvor hatten die Güstrower Schüler die Namen von 85 Opfern, denen mit einer neuen Denkmalanlage gedacht wurde, vorgelesen. „Auch darüber kamen die Angehörigen der Toten mit unseren Schülern ins Gespräch“, sagt Hanka Gatter noch immer beeindruckt. Gemeinsam mit den ca. 300 Gästen sangen die Schüler zudem „Das Moorsoldatenlied“, zu dem sich alle Anwesenden erhoben. Unter den Gästen waren neben Überlebenden des KZ Wöbbelin und deren Familien auch Überlebende des Todesmarsches von Sachsenhausen.



 

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen